Du meinst vermutlich Karen Traviss' Republic Commando / Imperial Commando? Traviss hatte sich auf die Fahnen geschrieben, die Rolle der Mandalorier auszubauen. Republic Commando begann als Geschichte über Omega Squad, eine Vierergruppe von Klonen, und ihren mandalorischen Ausbilder Kal Skirata. In der ersten Mission noch getreue Soldaten, machen sich im Laufe der Serie Zweifel breit, und die Kluft zwischen Klonen und Jedi-Generälen wird größer. Skirata und andere Mandalorier planen die Desertion (inklusive Bankraub auf Muunilinst...), und schließlich baut sich eine Gruppe von Flüchtlingen vor dem Klonkrieg auf Mandalore ein geheimes Lager... doch dann kommt Order 66, und der Aufstieg des Imperiums reißt die Protagonisten auseinander...Yoda34 hat geschrieben:Aber gab es das nicht schon mal mit einer Buchreihe die im nachhinein als nichtig erklärt wurde? Gavin müßte das wissen.
Fortsetzung sollte folgen, doch The Clone Wars zeichnete auf Geheiß von Lucas plötzlich ein komplett anderes Bild der Mandalorier. Während sich Karen Traviss an das Bild des alten Marvel-Comics gehalten hatte, war Mandalore nun eine Wüste, die modernen Mandalorier Pazifisten (oder besser gesichtslose Weicheier unter Duchess Satine Kryze), und die radikale Death Watch vereinnahmt von Lucas. (Das alles gegen den Rat von Dave Filoni, der sich mit dem EU besser auszukennen scheint als Lucas.)
Karen Traviss sollte sich nun für den noch ausstehenden letzten Roman an die neue Kontinuität halten, doch die Widersprüche waren zu groß, und sie stieg aus Star Wars komplett aus. Sehr bedauerlich, denn obwohl ich den Auftakt der Serie etwas lasch fand, stellte sie doch ein Meilenstein in der Beziehung zwischen Klonen und Jedi dar. Sie brachte auch Einsichten ins Training auf Kamino, die Mentalität gewisser kaminoanischer Kloner, und die frühen Klongenerationen. Auch der mandalorische Teil war Karen sehr gut gelungen. Abseits der eher oberflächlichen Kriegerkultur von KOTOR zeigte sie die Mentalität einer (früher mal) nomadischen Gruppe vieler Spezies, bei denen adoptierte gleichwertig zu leiblichen Kindern standen und persönliche Leistung in einem stets kritischen und Anführern gegenüber mißtrauischen Umfeld betrachtet wurde.
Darüber hinaus versuchte sie, sowohl die Marvel-Comics als auch die Boba-Fett-Backstories und alles mandalorische Material unter einen Hut zu bringen, und zusätzlich mit dem Mando'a eine eigene Sprache zu kreieren. Figuren bzw. Storylines aus dieser Clone Wars-Serie traten zeitgleich auch in New Jedi Order und Legacy of the Force auf, wo das weitere Schicksal Boba Fetts beleuchtet wurde.
Die Commando-Serie wurde nie beendet, obwohl schon mal ein anderer Autor im Gespräch war. Das dürfte auch nicht möglich sein, da die Darstellung der Mandalorier in Clone Wars einfach viel zu unterschiedlich ist. (Trotzdem werden die Bücher noch in der offiziellen Buchübersicht gelistet.) Insgesamt ist das der erste große train wreck der Kontinuität, da Traviss' Mandalorier halt auch in den Serien der Legacy-Ära eine entscheidende Rolle spielen, während die "neuen Mandalorier" post-RotJ überhaupt nicht mehr erwähnt werden.
Nachdem Karen Traviss nicht mehr für SW schreibt, sind die Mandalorier aus Fate of the Jedi nur mehr böse charakterlose Söldner, die gegen die Jedi eingesetzt werden. Danke, George, hasse gut gemacht, wer braucht schon differenzierte Darstellungen.








