Wholesale = Großhändler, richtig ?
Na, dazu fallen mir die Case-Zusammensetzungen ein ...
Der Artikel sieht alles sehr stark aus ökonomischen, ja geradezu kapitalistischen Gesichtspunkten heraus. Muß ja wohl, schließlich is business = business, sozusagen ...
Ein weiterer Punkt ist der, daß der Autor den Verkauf von Figuren extrem stark an Giganten gekoppelt sieht, Walmarkt, Target, früher auch Toys ...
Was nicht so gut funktioniert, wenn man sich kleinteiligere Ökonomien ansieht ... Wir haben zwar REal und andere Ketten, aber sie sind nicht so die Giganten hier wie in den USA ... Was übrigens auch erklären könnte, warum sicvh Walmarkt damals aus der BRD zurückgezogen hat : Der Markt ist viel kleinteiliger und die Gewinne sind vermutlich auch kleiner, weil sehr viel mehr auf Transport usw. draufgeht ...
Die im Artikel geschilderte Ökonomie funktioniert deswegen nicht mit jeder anderen Ökonomie, weil der Markt in den USA viel stärker von Giganten dominiert wird.
Übrigens hat es ja früher auch viel mehr Spielwarenläden, sogar einzelne Rollenspielläden usw. gegeben ... Ich vermute, daß deren Gewinne jetzt der Videospiel-Industrie zufließen, weil die jüngeren Generationen lieber das spielen, als mit physischem Spielzeug.
Asking Hasbro to make more will not be met with any success if retailers and etailers like Walmart, Target and Amazon don’t order more TVC from Hasbro. And they base their decision on various factors, as illustrated in this article. It’s not just the isolated performance of TVC that matters here, but overall performance.
Also, even if specialty etailers report great numbers, they are small fry compared to giants like Walmart, Target and Amazon. Hasbro needs them, Hasbro will cater to them first, they have to, they are a 5 billion USD toy company. Walmart’s net profits from April 2019 to April 2020 were an astounding $15 billion. Walmart has a lot of power and influence over how much companies such as Hasbro can make. So it’s imperative to change the minds of the big retail chains and online giants like Amazon. But for that you need significant numbers.
Der Hinweis, daß Hasbro im Grunde abhängig von den Giganten ist, illustriert in höchstem Maße auch ein sehr USA-spezifisches Problem : Gigantismus. Der Markt wird von einigen wenigen kontrolliert. Und - zynisch formuliert - läßt das der Staat zu, in den USA scheint Gigantismus etwas erwünschtes zu sein, so scheint es mir.
Das Problem ist also nicht unbedingt die Abhängigkeit Hasbros von den Giganten - nein, im Grunde ist das Problem, daß der Staat solche überaus großen Einfluß ausübenden Giganten überhaupt erst ermöglicht hat. Es ist ein rein strukturelles Problem, das der Artikel hier implizit illustriert.
Der andere Punkt ist eine Frage, die im Artikel gar nicht gestellt worden ist : Wieso geht das heute nicht, was frher möglich war ?
Oder, anders ausgedrückt : Warum konnte man früher so viel mehr Figuren produzieren, und tut es heute nicht mehr ?
Gestiegene Kosten werden sicherlich ein Punkt sein, aber, stellen wir uns einmal vor, es hätte früher auch nicht so viel Gewinn gegeben, dann könnte ich mir vorstellen, daß man sich früher mit kleineren Gewinnmargen zufrieden gegeben hätte, als heute.
Wenn man aber die Kosten insgesamt als Kriterium, warum nicht mehr so viel produziert wird, anführt, dann müßte es im Laufe der Jahre letztendlich dazu führen, daß ab irgendwann gar kein physisches Spielzeug mehr hergestellt wird, weil die Kosten - angenommen - immer weiter steigen würden (Lohnkosten, Materialkosten, shipping Kosten ...).
Interessanterweise werden Videospiele parallel dazu auch immer teurer. Und die Videospiel-Industrie hat ein ähnliches strukturelles Problem der Giganten. Oder hatte es bis vor Kurzem, als die Indie-Szene aufzublühen begann.
Nehmen wir also an, daß die Kosten immer weiter steigen. Was dazu führen würde, daß - alleine wegen der Kosten - immer weniger Spielzeug hergestellt werden würde. Weil man den Preis nicht einfach nach oben hin erhöhen kann. Die Leute würden Sachen ab einem bestimmten Preis einfach nicht mehr kaufen.
Das wiederum weist auf ein weiteres strukturelles Problem - peziell in der US-Wirtschaft, in geringerem Maße aber auch bei uns - hin : Die Leute haben einfach nicht genügend Geld in der Tasche, um sich die gestiegenen Kosten der Spielzeugproduktion leisten zu können.
Wo sparen die Leute zuerst ? An den Sachen, die sie als "optional" ansehen. Spielzeug, zum Beispiel.
Okay, Smartphones verschlingen ja auch ganz schön viel Geld. Dann wird halt woanders gespart. An ... Spielzeug ?
Ich habe einmal gelesen, daß die REALEN Einkommen in den USA und leider auch hierzulande im Laufe der letzten Jahrzehnte GESCHRUMPFT sind.
Das Geld floß in die Taschen derjenigen, die jetzt reich sind. Und die immer reicher werden. Wie war das ? 5 % besitzen 95 % allen Wertes in der BRD ? Und in den USA ist es, wenn ich das in Erinnering habe, sogar noch viel krasser. Sowas wie 0,1 % besitzen 99,99 % oder so ähnlich.
Amazon-Gründer, zum Beispiel. Und die nicht von sich aus auf den Gedanken kommen, in Zeiten von Corona dem "kleinen Mann" finanziell unter die Arme zu greifen. Das Vermögen des Amazon-Gründers ist inzwischen dermaßen gigantisch, daß er damit tausende oder sogar millionen Arbeitslose vor dem Absturz bewahren könnte.
Leute können keine steigenden Kosten der Spielzeugproduktion bezahlen, weil sie weniger in den Taschen habewn, weil die Gewinne in die Taschen der wenigen fließen, die keinerlei Spielzeuge kaufen würden.
Und diese wenigen % Superreichen werde nicht in der Lage sein, Hasbro's Figuren abzukaufen, obgleich sie genügend Geld dafür hätten. Aber dazu sind sie einfach zu wenige. Vielleicht mal genauso viel wie die Anzahl der TVC-Sammler.
Kurzgesagt beschreibt der Artikel im Grunde nur 2 strukturelle Probleme der USA-Wirtschaft :
- Gigantismus mit überaus großem Einfluß (einige wenige kontrollieren fast alles)
- Die Einkommen der Bürger sind real in den letzten Jahrzehnten gesunken, sie können nicht mehr die gestiegenen Kosten mittragen.
Und wenn die realen Einkommen der Bürger noch weiter sinken - weil, Geiz ist ja geil - dann werden sich noch mehr Sachen nicht mehr verkaufen lassen, als nur Spielzeug.
Wer mag, kann das gerne dort bei JTA reinschreiben, ich möchte mich da nicht extra für anmelden.