darklighter184 hat geschrieben: ↑Do 3. Dez 2020, 06:52
Das ist immer noch Spielzeug. Warum sonst die Gelenke, zu öffnenden Cockpithauben, drehbare Geschütze, Blaster zum in die Hand drücken? Hasbro (und so ziemlich jeder andere Toyhersteller auch) hat halt nur gemerkt, dass wir uns einen Teil unserer Kindheit zurück kaufen wollen und dafür jeden Preis zahlen. Wenn Leute dann nen Herzkasper bekommen, dass ein Kratzer auf der Packung ist und der 'Wert' für sie ins Bodenlose sinkt, dann ist das deren persönliches 'Problem'.
Ich hab einfach Spaß an den Sachen, die ich aus der Packung befreie und sehe da keine Wertanlage für später.
Deshalb sammele ich ja auch verpackt und ausgepackt. Klar "spiele" ich jetzt nicht mit meinen ausgepackten Sachen wie früher als Kind, aber das Prüfen und Bewegen der Figuren, als Aufstellen, das Hineinsetzen in die Fahrzeuge und das Testen der Funktionen eines Fahrzeuges ist dann doch irgendwie spielen. - Ich sehe das auch nicht in erster Linie als Wertanlage, aber man sollte ja schon wissen, was man dafür ausgiebt und im Hinterkopf behalten, dass man sich davon irgendwann im Alter mal trennen sollte, wenn man "Familie" hat, die das Hobby nicht teilt.
Ich bin jetzt 48 und bin dieses Jahr das erste Mal Vater geworden. Meine Frau ist 16 Jahre jünger. Und da höre ich regelmäßig, was die denn mal mit meiner Sammlung machen soll, wenn ich den Löffel abgebe. - Mag sein, dass andere nicht so sehr über ihren Tot nachdenken, aber irgendwann ist er einmal Fakt und wenn ich so drüber nachdenke und schätze, dass meine Sammlung locker so 15.000 Euro oder mehr wert ist, dann ist das für meine Frau ja schon ein Wert, den man nicht einfach so für 1000 Euro mal an einen anderen Sammler oder Händler abverkauft. Klar könnte man da sagen, dass sie dann sehen muss, was sie damit macht, aber so funktioniert nach meiner Meinung eine Familie nicht. Ich bin da der Meinung, dass der Sammler schon eine gewisse Verantwortung trägt.
Ich bin der Meinung, dass das was wir da in unserem Hobby machen eine ziemlich neue Entwicklung ist. - Früher hatten die Menschen weder die Zeit noch das Geld sich mit "Hobbys" zu beschäftigen. Heute ist das ja ganz anders und heute "spielen" Eltern und vor allem Väter ja auch mit ihren Kindern. Sowas gab es in früheren Generationen eher selten und schon gar nicht in der Ausprägung von Heute. Da hat sich ein ganz neuer Zweig des Lebens entwickelt denke ich. Das kennt man aus früheren Zeiten am ehesten noch aus dem Bereich der Zinnfiguren-Sammler würde ich sagen.
Ich tue mich da mit einer richtigen Bezeichnung für das was wir machen eher schwer. Spielen würde ich das nicht nennen. Ist in etwas so, als ob man E-Sport als Sport bezeichnen würde. Für mich ist das auch keine Sport, sondern eher etwas anderes, was eine eigene Kategorie darstellt.
Wenn ich jetzt mal meine Eltern und meine Schwiegereltern nehme, die so Mitte bis Ende 60 sind, dann sehe ich, dass die eigentlich gar keine Hobbys haben, weder sportlich noch sonstwas. Mein Vater beschäftigt sich viel mit Fußball, aber Fan von einem Verein ist er nicht. - Von daher denke ich wirklich, dass die Generation der 70er Jahre, die erste ist, die sich wirklich mit diesem "Problem" der Freizeit und der Hobbys beschäftigt.