Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

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MasterFliessie
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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon MasterFliessie » Di 16. Apr 2019, 07:15

Ich bekomme einen Bonbon... ;-)

Schön geschrieben - wie üblich - aber nicht mein Ding, diese Art von Geschichte.

Bei Star Wars finde ich es gut, daß es kaum relativistisches "Niemand ist nur gut und niemand ist nur böse (Yin-Yang Kram)" gibt.
Gerade der etwas naive, märchenhafte Charakter von GUT gegen BÖSE (mit kleineren Ausnahmen) gehört für mich zu Star Wars.

Deine Version, so schön sie zu lesen ist, ist mir zu nah an der Realität, eben in dem Sinne, daß es in Wahrheit wenig ganz eindeutiges Schwarz oder Weiß in der Welt gibt (in der Realität sind die, die das behaupten zumindest - meiner Meinung nach - selten "die Guten")

Bei Star TREK mag ich es - daß sich das auch immer wieder in den Geschichten wiederspiegelt. Da darf man auch gerne mal das schlechte Gewissen, des ansonsten mörderischen Cardassianersoldaten thematisieren, oder daß die Vulkanier auch gerne mal bigotte, zweifelhafte Ansichten vertreten, oder was weiß ich.

Bei Star WARS, hab ich's dann doch lieber ein bisschen mehr mit phantastischer Märchen-Ideologie, der eindeutigen Zuordnung von Gut und Böse.
...und nun schalten wir um zur Werbung, bitte dranbleiben...
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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon workhard » Di 16. Apr 2019, 08:12

Uch bekomme auch ein Bonbon.......sehr eindrucksvoll, so könnte es in etwa laufen..... :lol2:
...was soll das heißen, einen Auftrag? ... na das kostet...
Mitglied im Club der Anonymen 6' Black Series Liebhaber :lol2:
.......und VADER Anhänger mit intensiven Focus :mrgreen:

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon argon » Di 16. Apr 2019, 09:19

Das nenne ich mal eine gute Zusammenfassung & Interpretation und ein schlüssiges Ende :thumbup:
" μολών λαβέ "

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon Schmendrik » Di 16. Apr 2019, 09:58

Bitte ein Bonbon. Sehr schöne Interpretation. Alles deine Gedankengänge, oder eine Zusammenfassung vieler Interpretationsschnipsel aus dem Netz?

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon veers74 » Di 16. Apr 2019, 11:08

kelejedi hat geschrieben:
Mo 15. Apr 2019, 21:57
Durch die Verschiebung des Raum-Zeit-Kontinuums ist natürlich Luke am Ende von EP8 "verschwunden" (völlig logisch!!!).
:laughing3:

Total klar. :idea:
Ich werde sofort ein Zelt vor dem Kino aufschlagen!!!

Und juchu. Cairyns Text gebe ich mir morgen früh auf Arbeit mit overdosed Kaffee!

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon Cairyn » Di 16. Apr 2019, 12:03

MasterFliessie hat geschrieben:
Di 16. Apr 2019, 07:15
Ich bekomme einen Bonbon... ;-)

Schön geschrieben - wie üblich - aber nicht mein Ding, diese Art von Geschichte.

Bei Star Wars finde ich es gut, daß es kaum relativistisches "Niemand ist nur gut und niemand ist nur böse (Yin-Yang Kram)" gibt.
Gerade der etwas naive, märchenhafte Charakter von GUT gegen BÖSE (mit kleineren Ausnahmen) gehört für mich zu Star Wars.

Deine Version, so schön sie zu lesen ist, ist mir zu nah an der Realität, eben in dem Sinne, daß es in Wahrheit wenig ganz eindeutiges Schwarz oder Weiß in der Welt gibt (in der Realität sind die, die das behaupten zumindest - meiner Meinung nach - selten "die Guten")

Bei Star TREK mag ich es - daß sich das auch immer wieder in den Geschichten wiederspiegelt. Da darf man auch gerne mal das schlechte Gewissen, des ansonsten mörderischen Cardassianersoldaten thematisieren, oder daß die Vulkanier auch gerne mal bigotte, zweifelhafte Ansichten vertreten, oder was weiß ich.

Bei Star WARS, hab ich's dann doch lieber ein bisschen mehr mit phantastischer Märchen-Ideologie, der eindeutigen Zuordnung von Gut und Böse.
Ja, das ursprüngliche Star Wars war halt sehr an Gut/Böse ausgerichtet (obwohl wir nicht vergessen sollten, daß selbst Darth Vader am Ende bekehrt wurde). Insofern verdient es sein Label als "Weltraummärchen".

Das Dumme an dieser Art von Geschichte ist, daß sie ein natürliches Ende findet, sobald das Böse besiegt ist (DASS es besiegt wird, steht nie in Frage). In den meisten Fällen geht das Märchen sogar noch darüber hinaus: Es gibt eine "natürliche Ordnung der Dinge", die wiederhergestellt wird. Der einzig wahre König nimmt seinen rechtmäßigen Platz auf dem Thron ein. Die Identität des verlorenen Sohn wird erkannt, und er kehrt in den Schoß der Familie zurück. Am Ende ist alles so, wie es sein muß und immer war und immer sein wird; das Böse stellt sich als nunmehr überwundene Unterbrechung der Kontinuität heraus. Das Märchen oder Kunstmärchen ist in diesem Sinne der Inbegriff des historisch-moralischen Konservativismus (nicht des politischen, das ist wieder eine andere Sache). Im Gegensatz zu mancher Sage, die gerne mal auch den Untergang der Helden und der alten (meist aber auch besseren) Welt thematisiert (König Artus' Tod durch Mordred und das verlorene Reich von Camelot, der Mord an Siegfried, das Schicksal von Ödipus, der Untergang von Atlantis) und damit die Makel der realen Welt begründet.

Insofern war Star Wars nach ROTJ auf strukturelle Weise beendet. Es hätte eigentlich auch keiner Prequels bedurft (das sagen viele Fans schon seit 1999, eh), die ebenso wie Rebels, Clone Wars, RO und Solo nur Ausschmückungen einer Erzählung sind, die bei Endor mit dem Versprechen der Restauration endet: Die Jedi werden durch Luke wieder auferstehen, die Regierung wird besser, das Böse wird nie mehr sein Haupt erheben, Han und Leia werden heiraten, etc pp.

Disney hat sich bereits Probleme mit den Sequels eingehandelt: im Grunde ist TFA nur eine abgewandelte Nacherzählung von ANH, mit demselben Konflikt und teilweise denselben visuellen Clues. Sternzerstörer, schwarzgekleideter Baddie, großer Meister im Hintergrund. Noch ein Todesstern, noch eine Rebellion, more of the same. Das wollte das Publikum nach 40 Jahren offenbar wieder sehen, ansonsten hätte es nicht 2Mrd eingespielt - aber als Fortsetzung ist es äußerst problematisch. Bedeutet es doch, daß sich derselbe Konflikt immer wieder wiederholt und kein Sieg über das Böse endgültig ist. Das invalidiert das Heilsversprechen des ursprünglichen Märchens und bettet jeden Zyklus / jede Trilogie in einen endlosen Kreis der Wiederholungen ein, der mehr einer Hydra gleicht als einer Gutenachtgeschichte. Jedi gegen Sith, Jedi gegen Sith Teil 2, Jedi gegen Sith die Revanche, Jedi gegen Sith Reloaded. Daran scheitert übrigens gerade das Terminator-Franchise, das sowohl in Teil 1 als auch 2 mit einem ähnlichen Heilsversprechen endete, dessen Fortsetzungen aber immer nur denselben Konflikt (sogar zeitlich!) mit Abwandlungen repetieren.

Die Essenz von Star Wars als Märchen bedeutet, daß Star Wars enden muß. Will Disney die Geschichte ewig ausdehnen, wie es der Kapitalismus von einem Franchise verlangt, müssen sie die Natur der Erzählung ändern. Ich habe versucht, diesen Übergang aufzunehmen und von einer "das Böse wird vernichtet"-Story zu einem theoretisch endlos zu spinnenden Garn überzuleiten. Natürlich kann das nicht im Sinne jedes Fans sein. Pippi Langstrumpf geht nicht in Rente, Peter Pan wird nicht erwachsen, und niemand liest für immer Pippi Langstrumpf oder Peter Pan. Manchmal ist genug eben genug und mehr ist zuviel.

Aber meine Fantasie ist halt auch nur Fantasie und rein persönlich. Es wird interessant sein zu beobachten, wie Disney sich den zukünftigen Fortgang der Saga vorstellt, nachdem sie gerade eine "Sendepause" nach Ep9 verkündet haben...

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon Cairyn » Di 16. Apr 2019, 12:24

Schmendrik hat geschrieben:
Di 16. Apr 2019, 09:58
Bitte ein Bonbon. Sehr schöne Interpretation. Alles deine Gedankengänge, oder eine Zusammenfassung vieler Interpretationsschnipsel aus dem Netz?
Klassische Fantasy der 80er, Campbells Heldenreise, Märchentheorie, Storytelling 101, strukturelle Differenzen östlicher und westlicher Philosophien... mehr Bücherkram als Netzkram, praktisch angewendet auf wichtige Punkte im Star Wars-Universum. Ich war halt lange Rezensent.

Tatsächlich habe ich relativ wenige Theorien im Netz gelesen, die sich mit dem großen Ganzen beschäftigen. Die meisten Spekulationen drehen sich doch um "lokale Fragen" wie die, wessen Tochter Rey nun ist... mir geht es mehr um das Metaverständnis.

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon AlrikFassbauer » Di 16. Apr 2019, 18:34

Path hat geschrieben:
Mo 15. Apr 2019, 19:38
Mit dem Lachen konnte ich erst gar nichts anfangen und haben dann von dem Auftritt des Imperators gelesen. Ich meine, vielleicht hat er nicht umsonst davon geredet, den Tod zu überwinden.

Natürlich überwindet jeder Bösewicht den Tod ! Siehe Blofeld ! Oder jeder andere Horrorfilm !

Man braucht ja auch unbedingt jemanden, der den Plot antreibt !
Cairyn hat geschrieben:
Di 16. Apr 2019, 12:24
Tatsächlich habe ich relativ wenige Theorien im Netz gelesen, die sich mit dem großen Ganzen beschäftigen. Die meisten Spekulationen drehen sich doch um "lokale Fragen" wie die, wessen Tochter Rey nun ist... mir geht es mehr um das Metaverständnis.

Ursprünglich war die Saga ja eine Trilogie von Trilogien.
Irgendwo hier müßte eigentlich noch ein Scan jener Sci-Fi-Zeitschrift eingelagert sein, der die Titel der 3 Trilogien auflistet.
Aber, ich kann nichts ab Episode 7 erkennen, das auch nur ansatzweise auf diese Titel hindeutet ...

Edit : Hier ist diese Titel-Liste : viewtopic.php?f=30&t=7246&start=90#p317817

Und, wie schon gesagt, ich sehe auch keine "Hand des Erzählers" mehr ab Episode 7 ...
Cairyn hat geschrieben:
Di 16. Apr 2019, 00:55
- Am Anfang kannten die ersten Jedi sowohl die dunkle als auch die helle Seite der Macht. (Siehe auch das Bodenmosaik im Tempel in TLJ!) Zwar repräsentiert die dunkle Seite Zerfall, Tod und Auflösung, doch ist sie als Gegenstück der hellen Seite für die Existenz des Lebens notwendig (Yin-Yang-Zeugs). Der Kreis des Lebens ist nur vollständig durch Erneuerung: helle Seite auf der einen, dunkle Seite auf der anderen. Zwischen beiden muß es eine Balance geben, damit das Leben einerseits nicht an sich selbst erstickt und andererseits nicht komplett vernichtet wird.

- Im Laufe der Zeit erfuhren einige Jedi, daß die Nutzung allein der dunklen Seite ihre persönlichen Gelüste "schneller und einfacher" befriedigt und ihnen zu Macht (*hust* Synonymwörterbuch) verhelfen kann. Sie verloren das Gleichgewicht in sich selbst und wurden zu Sith.
Das wird so in etwa tatsächlich auch in SWTOR dargestellt ...

Interessanterweise ist der erste Proto-Jedi, der der "dunklen Seite" verfiel, kein Sith ... Er wollte lediglich die "schwachen" Jedi zu Kämpfern machen. Er sah Diplomatie und Friedenswillen als "schwach" an, sozusagen. Daran haben sich seine Schüler und Schülerinnen dann auch orientiert.

Vom Plot her gibt es dann eine ganz gewaltige Lücke von mehreren 10.000 Jahren, so weit ich das richtig ? im Gedächtnis habe ...

Und, es tauchen dort auch noch andere Machtnutzer auf, die jenseits von schwarz und weiß stehen ... aber die gab es immer schon, wenn auch nur homöopathischen Dosen ("Lords of the Expanse", Rollenspiel-Abenteuer für das Rollenspiel von West End Games, von Timothy Zahn glaube ich sogar geschrieben ?).


Interessant an Episode 7 und 8 ist lediglich eines : Das "Yin & Yang" von Rei & Kylo. Zusammen sind sie fast Eins.
Aber eben nur fast.
Alrik sucht : http://www.lichtgeschwindigkeit.de/viewtopic.php?f=12&t=9037

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon Tripod » Di 16. Apr 2019, 19:08

So eine komplexe Geschichte wäre eigentlich was für Stephen King, hihi …

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon Cairyn » Di 16. Apr 2019, 21:10

AlrikFassbauer hat geschrieben:
Di 16. Apr 2019, 18:34
Das wird so in etwa tatsächlich auch in SWTOR dargestellt ...

Interessanterweise ist der erste Proto-Jedi, der der "dunklen Seite" verfiel, kein Sith ... Er wollte lediglich die "schwachen" Jedi zu Kämpfern machen. Er sah Diplomatie und Friedenswillen als "schwach" an, sozusagen. Daran haben sich seine Schüler und Schülerinnen dann auch orientiert.

Vom Plot her gibt es dann eine ganz gewaltige Lücke von mehreren 10.000 Jahren, so weit ich das richtig ? im Gedächtnis habe ...

Und, es tauchen dort auch noch andere Machtnutzer auf, die jenseits von schwarz und weiß stehen ... aber die gab es immer schon, wenn auch nur homöopathischen Dosen ("Lords of the Expanse", Rollenspiel-Abenteuer für das Rollenspiel von West End Games, von Timothy Zahn glaube ich sogar geschrieben ?).
Die Spiele habe ich nie gespielt. Die ersten (realzeit-chronologisch gesehen) Comics, in denen es um die Vergangenheit der Jedi ging, war für mich "Tales of the Jedi" so um die 6-5000 Jahre in der Franchise-Vergangenheit. Darin sind die Sith noch eine eigene Spezies, ebenso wie die Massassi, und soweit ich mich erinnere, wurde das damals auch als der Ursprung der Sith verkauft.

Diese Chronologie ist schon etwas komisch, da das hieße, daß die Jedi 20000 Jahre "ohne Sith" existiert hätten. Dazu kommt, daß das ganze Design der Technik sehr altertümlich dargestellt wurde - die Zayne Carrick-Story (Knights of the Old Republic Comics), die nur wenige Jahre später spielt, hatte ein viel moderneres Design. Ich würde die Tales of the Jedi ja als "Legends unter den Legends" bezeichnen, aber da wurde auch Onderon eingeführt, deshalb sehe ich das etwas nostalgisch.

Dann gibt es ja noch die Serie "Dawn of the Jedi", in der es keine klare Unterscheidung zwischen der Nutzung der hellen und der dunklen Seite gibt. (Und keinen Hyperantrieb.)

Und die Potentium-Theorie, die durch Vergere in den Yuuzhan Vong-Büchern vertreten wurde, geht davon aus, daß es überhaupt keine helle und dunkle Seite gibt, sondern daß Gut und Böse von den Nutzern des Potentiums geprägt werden. (M.W. bestritt George Lucas diesen Ansatz zu der Zeit noch selbst, und Vergere wurde später zu einem Darksider uminterpretiert.)

Nicht zu vergessen die Imperial Knights aus "Legacy". Bei denen bin ich mir nicht mehr sicher, ob sie die dunkle Seite benutzten, zumindest galt ihre Loyalität nicht mehr dem Willen der Macht, sondern dem Imperator.

All das ist nicht so ganz widerspruchsfrei, und eine zusammenhängende Theorie der Macht wurde nie formuliert. Mit dem Disney-EU sind diese Ansätze allerdings ohnehin hinfällig geworden. Im Prinzip kann TROS jetzt die Gelegenheit ergreifen und eine solche Theorie vorbringen. (Nicht daß ich das erwarte...)

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon Bulkhead » Mi 17. Apr 2019, 10:22

Ich finde das größte Problem mit der neuen Trilogie ist - nicht das es hier kein eindeutiges Gut und Böse gibt - sondern - dass versucht wird die bestehende Geschichte, oder besser gesagt die Geschichte die sich jeder Fan für seine liebgewonnenen Charaktere gewünscht hat, verändert wird.
-Han und Leia getrennt, Sohn böse (wie wird in 7 nicht genau erklärt)
-Luke ist nun ein mürrischer Einsiedler (wegen Solos Sohn)
-nun wird offenbar der Imperator zurückgeholt (Fanservice, aber warum?)

Das alles steht im Kontrast zu dem was wir aus 4-6 kennen.
Und das 9 nun alles von 4-6 auf den Kopf stellen wird ist für Fans von 4-6 ein Schlag ins Gesicht.
Schöner wäre es gewesen eine neue Story zu erfinden und Luke, Leia und Han tauchen nur als Randfiguren auf, als alles weiter zu spinnen und zu zerhackstückeln was wir kennen und lieben.

Egal ob alles einen Tieferen Sinn bekommt, ich finde es in Filmen furchtbar, nach dem man den 1. für gut befunden hat und er einem richtig gefällt, dass der 2. eine Wendung hereinbringt die den 1. in einem komplett neuen Licht erscheinen lässt.
Warum schafft man es nicht alles in chronologischer Reihenfolge zu erzählen, ohne das man den 2. nutzt um dem 1. einen tieferen Sinn zu geben. Denn jedes mal wenn man sich fortan den 1. anschaut, denkt man immer, ach nee, das ist ja ganz anders.
Einfach eine Reihe schöner Geschichten, die aufeinander aufbauen anstelle sich gegenseitig zu untergraben.
Ist nicht nur seit Disney bei Star Wars so, es gibt so viele 2. Filme die ich nicht genießen kann, da sie den 1. versuchen zu erklären.
Von Hollywood ist die Steigerung, gegenläufig, je neuer der Film ist, je mehr muss er Elemente aus der Vergangenheit aufgreifen.
Beispiel (das ich trotzdem gut gelungen finde obwohl dieses Chema zutrifft):
Iron Man 1, passt
Iron Man 2, muss ein Geschehnis aufgreifen das einige Zeit gleichzeitig von Iron Man 1 spielt (Tod von Vanko´s Vater)
Iron Man 3, noch weiter davor, als Tony in der Schweiz war, einiges vor Iron Man 1.

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon CaptainTypho » Mi 17. Apr 2019, 15:44

Tripod hat geschrieben:
Di 16. Apr 2019, 01:26
Dann bekomme ich keines …
Ich bin eh auf Diät.
Ich dachte tatsächlich nach dem dritten scrollen "Dä Cairyn hät ävver zick..."
Wenn das allersings auf nem handy getippt wurde, dann fett respekt...

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon AlrikFassbauer » Mi 17. Apr 2019, 19:01

Cairyn hat geschrieben:
Di 16. Apr 2019, 21:10
AlrikFassbauer hat geschrieben:
Di 16. Apr 2019, 18:34
Das wird so in etwa tatsächlich auch in SWTOR dargestellt ...

Interessanterweise ist der erste Proto-Jedi, der der "dunklen Seite" verfiel, kein Sith ... Er wollte lediglich die "schwachen" Jedi zu Kämpfern machen. Er sah Diplomatie und Friedenswillen als "schwach" an, sozusagen. Daran haben sich seine Schüler und Schülerinnen dann auch orientiert.

Vom Plot her gibt es dann eine ganz gewaltige Lücke von mehreren 10.000 Jahren, so weit ich das richtig ? im Gedächtnis habe ...

Und, es tauchen dort auch noch andere Machtnutzer auf, die jenseits von schwarz und weiß stehen ... aber die gab es immer schon, wenn auch nur homöopathischen Dosen ("Lords of the Expanse", Rollenspiel-Abenteuer für das Rollenspiel von West End Games, von Timothy Zahn glaube ich sogar geschrieben ?).
Die Spiele habe ich nie gespielt. Die ersten (realzeit-chronologisch gesehen) Comics, in denen es um die Vergangenheit der Jedi ging, war für mich "Tales of the Jedi" so um die 6-5000 Jahre in der Franchise-Vergangenheit. Darin sind die Sith noch eine eigene Spezies, ebenso wie die Massassi, und soweit ich mich erinnere, wurde das damals auch als der Ursprung der Sith verkauft.

Diese Chronologie ist schon etwas komisch, da das hieße, daß die Jedi 20000 Jahre "ohne Sith" existiert hätten. Dazu kommt, daß das ganze Design der Technik sehr altertümlich dargestellt wurde - die Zayne Carrick-Story (Knights of the Old Republic Comics), die nur wenige Jahre später spielt, hatte ein viel moderneres Design. Ich würde die Tales of the Jedi ja als "Legends unter den Legends" bezeichnen, aber da wurde auch Onderon eingeführt, deshalb sehe ich das etwas nostalgisch.
Na ja, vielleicht gibt es da etwas ... aber es wird nicht vermittelt, zumindest nicht im Spiel.

Das hier ist die Zeitlinie des Spiels : http://www.swtor.com/de/holonet/galactic-history
Ganz unten ist das, wovon ich sprach. Mit diesen "Proto-Jedi" und "Proto-Sith".
Alrik sucht : http://www.lichtgeschwindigkeit.de/viewtopic.php?f=12&t=9037

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon botrooper » Mi 17. Apr 2019, 20:53

Cairyn hat geschrieben:
Di 16. Apr 2019, 00:55
Das große Problem hinter allem ist, daß es nie eine zusammenhängende Mythologie GAB, an der sich die einzelnen Geschichten hätten ausrichten können und aus der die Charakterbögen erwachsen könnten. Zeit genug gab's, das zu entwickeln, aber alle Autoren waren mehr daran interessiert, ihre eigenen Versatzstücke reinzuquetschen, als Kontinuität zu erzeugen.

...

Wer das bis zum Ende gelesen hat, bekommt einen Bonbon.
Eine fantastische Zusammenfassung bzw. die Storyfäden zusammen geführt. So oder so ähnlich stelle ich mir die "Gesamtgeschichte" auch vor. Tatsächlich hätte ich mir sowas für die ST gewünscht. Es war klar dass das nicht in dem Detailgrad passiert, aber so gut wie gar nichts find ich momentan noch zu wenig was da kam...

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon Cairyn » Mi 17. Apr 2019, 22:38

CaptainTypho hat geschrieben:
Mi 17. Apr 2019, 15:44
Tripod hat geschrieben:
Di 16. Apr 2019, 01:26
Dann bekomme ich keines …
Ich bin eh auf Diät.
Ich dachte tatsächlich nach dem dritten scrollen "Dä Cairyn hät ävver zick..."
Wenn das allersings auf nem handy getippt wurde, dann fett respekt...
Ich verstehe keine Dialekte, aber nein, so was tippe ich nicht auf einem Handy :mrgreen:

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon Cairyn » Mi 17. Apr 2019, 23:05

AlrikFassbauer hat geschrieben:
Mi 17. Apr 2019, 19:01
Das hier ist die Zeitlinie des Spiels : http://www.swtor.com/de/holonet/galactic-history
Ganz unten ist das, wovon ich sprach. Mit diesen "Proto-Jedi" und "Proto-Sith".
ah ja, Tython, das ist der Planet aus "Dawn of the Jedi". Die Serie ist nie bis zum "Machtkrieg" gekommen, weil Dark Horse die Rechte an Marvel abtreten mußte und Marvel diese Zeitlinie nie fortgeführt hat. In den Comics heißen die Proto-Jedi noch "Je'daii".

Da es auch keine Bücher gibt, die die Geschichte vorantreiben würden, gibt es eine große Lücke um das erste Jedi-Schisma an der Stelle. Die Comics selbst behandelten primär den Konflikt mit den Rakata, nicht den der Je'daii untereinander, obwohl es wahrscheinlich darauf hinausgelaufen wäre, wenn Dark Horse die Comicrechte behalten hätte.

Die Zeitlinie siedelt die Unterwerfung der Sith (Spezies) recht früh an, das hatte ich anders in Erinnerung. Aber ich kann mich da auch irren, ich müßte "Tales of the Jedi" noch mal im Zusammenhang lesen.

Freedon Nadd und Exar Kun stammen ebenfalls ursprünglich aus den Comics.

Die TOR-Zeit kenne ich mangels Spiel nur aus den (wenigen) Büchern und aus zweiter Hand.

Leider wird in diesen Quellen auch nirgendwo die Natur der Macht diskutiert. Ich nehme mal an, für den "sekundären Kanon" wäre das zu schweres Material gewesen und hätte das EU mit einer Hypothek belastet, wenn es nicht extrem gut entwickelt und von Lucas abgesegnet worden wäre - und wir wissen ja, daß Lucas nicht so besonders interessiert am EU war.

Was Disney sich im neuen EU vorstellt, werden wir ja in einem Dreivierteljahr erfahren (oder auch nicht)...

Ich frage mich da, ob Rian Johnson die Frühgeschichte der Jedi im alten EU (also Dawn of the Jedi) kannte. Ahch-To ist ja offensichtlich nicht Tython. Kam Ahch-To früher oder später oder stattdessen? Naja, wahrscheinlich hat er's einfach ignoriert.

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon Eisi » Do 18. Apr 2019, 00:15

Ich schon....nimm 2 :-) ( die helle und dunkle Seite : Orage und Zitrone :-) )

Hast du super geschrieben !

LG Eisi

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon veers74 » Fr 19. Apr 2019, 10:58

Möchte jetzt auch einen Bonbon!
Immer wieder gern. ;-)

Bin kein Filmprofi, glaube aber zu erkennen, wann etwas gut gemacht ist.
Ich glaube ganz einfach das Bond-Prinzip hätte bei jeder Trilogie gefunzt.

Ein Obermacker will andere beherrschen, alle knechten :mrgreen: .... Ich hätte sogar jedes mal einen Todesstern, eine Überwaffe o.ä. akzeptiert.
Ist nun mal ultimativ. Krieg der Sterne...
Es kommt nur darauf an wie mich die Story bis zur Zerstörung fesselt. That`s it.

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon Cairyn » Fr 19. Apr 2019, 15:52

veers74 hat geschrieben:
Fr 19. Apr 2019, 10:58
Ein Obermacker will andere beherrschen, alle knechten :mrgreen: .... Ich hätte sogar jedes mal einen Todesstern, eine Überwaffe o.ä. akzeptiert.
Ist nun mal ultimativ. Krieg der Sterne...
Ein guter Schurke ist schon mal wichtig für einen Actionfilm, wo das Thema auf 120 Minuten komprimiert ist. Vader war ein äußerst genialer und ikonischer Schurke, deshalb hält er sich ja noch bis heute. Aber da zeigt sich auch ein Problem mit einem so einseitigen Konzept: Jeder neue Film muß den vorherigen toppen, um das Publikum noch mal zu faszinieren, obwohl die Grundparameter des Universum sich nicht geändert haben. Also höher, schneller, weiter. Der zweite Todesstern muß größer sein als der erste. Der dritte muß gar ein Todesplanet sein und mehrere Welten mit einem Schuß zerstören. Die Schurken müssen schurkischer, die Action rasanter, die Gewalttätigkeiten brutaler werden (das sind Dinge, die sich sogar über alle Franchises hinweg zeigen).

Das dürfte ein Problem mit der Akzeptanz von Kylo Ren gewesen sein - er wurde designt und aufgebaut wie ein Nachfolger von Vader, aber sein Charakter ist völlig anders, und sein Scheitern darin, Vader nachzuahmen, ja gerade der Clou. Ich mochte die Figur in ihrer Zerrissenheit, aber die Fans, die den coolen Schurken erwartet haben, waren enttäuscht. Aber ein Vader-Klon wäre irgendwie auch nicht befriedigend gewesen.

Im alten EU hatte man angefangen, die Superwaffen immer noch mal neu aufzulegen. Mit dem "Tarkin" hatten die alten Marvel-Comics den "nächsten Todesstern" parat, ehe Lucasfilm einen gebaut hatte. Danach kam noch der Todesstern-Prototyp und der "Darksaber", ein isolierter Todesstern-Laser. Außerhalb des Todesstern-Lagers gab es noch den Sun Crusher, Centerpoint Station, die Galaxy Gun, den Gigasternzerstörer "Eclipse", die Star Forge und vermutlich noch ein paar andere Superwaffen, an die ich mich jetzt nicht so genau erinnere. Der Punkt der Superwaffen war eigentlich immer nur, festzuzurren, daß es jetzt "um alles oder nichts" geht, eben die ultimative Bedrohung. In ihrer Häufung wurden die Superwaffen letztlich aber nur trivialisiert. Ich fand Thrawns Armada dagegen interessanter, weil auch auf der Schurkenseite immer eine Herausforderung bestand, wie man die Rebellen / die Neue Republik jetzt in die Knie zwingen könnte.

Aber es war ein Privileg der Bücher, komplexere Situationen zu schaffen; Filme haben da immer einen Nachteil. Es ist interessant zu beobachten, wie die neuen TV-Serien (non-SW) die Restriktionen des Films umgehen und eine zusammenhängende, verzweigte Handlung aufbauen, in der die Spannung aus einer Figurenkonstellation heraus entsteht und nicht nur aus einer überschaubaren singulären Bedrohung. Hmm, eine Thrawn-Fernsehserie vielleicht? Zu spät, Gelegenheit verpaßt...

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon AlrikFassbauer » Sa 20. Apr 2019, 12:49

Cairyn hat geschrieben:
Fr 19. Apr 2019, 15:52
veers74 hat geschrieben:
Fr 19. Apr 2019, 10:58
Ein Obermacker will andere beherrschen, alle knechten :mrgreen: .... Ich hätte sogar jedes mal einen Todesstern, eine Überwaffe o.ä. akzeptiert.
Ist nun mal ultimativ. Krieg der Sterne...
Ein guter Schurke ist schon mal wichtig für einen Actionfilm, wo das Thema auf 120 Minuten komprimiert ist. Vader war ein äußerst genialer und ikonischer Schurke, deshalb hält er sich ja noch bis heute. Aber da zeigt sich auch ein Problem mit einem so einseitigen Konzept: Jeder neue Film muß den vorherigen toppen, um das Publikum noch mal zu faszinieren, obwohl die Grundparameter des Universum sich nicht geändert haben. Also höher, schneller, weiter. Der zweite Todesstern muß größer sein als der erste. Der dritte muß gar ein Todesplanet sein und mehrere Welten mit einem Schuß zerstören. Die Schurken müssen schurkischer, die Action rasanter, die Gewalttätigkeiten brutaler werden (das sind Dinge, die sich sogar über alle Franchises hinweg zeigen).
Das geht zum Teil in das über, was ich "heavymetalisierung in den Medien" bezeichne, und das bei TV Tropes (eine meiner Lieblingsseiten ! :D ) als "Darker and Efggier" bezeichnet wird : https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/ ... rAndEdgier
This doesn't make it a bad trope though— when this is used subtly such as in the Harry Potter series it can create the effect of a series growing up with its audience.

In fact this is often the purpose of a Darker and Edgier turn. Just as a Lighter and Softer tone is typically part of an attempt to bring a fictional world to children or to younger children, a "darker" tone is often intended to make a setting appeal to older children or adults. But unlike its opposite, a Darker And Edgier shift is often intended not to reach a new audience, but rather to keep an existing audience as it grows up. It can also be a result of child fans growing up, Running the Asylum as Promoted Fanboys, and continuing to think of the setting as something aimed at themselves and their peers instead of the original target age group.

This trope became extremely popular in Comic Books as a rebellion against the Silver Age but also led to more than a decade of clumsy attempts to show that comics are "not kid stuff anymore." See the Bronze Age, the Dark Age, and '90s Anti-Hero for more details about how this worked.
Man hätte diesem "Rüstungskreislauf" elegant entkommen können, indem man einfach nur kampflose *Geschichten* aufzeigen würde ... Aber dies ist unmöglich, erstens, weil im Star Wars - Genre der "war" = "Krieg" allzustark immer betont worden ist - selbst heute noch gibt es keine wirkliche Betonung des "Star"-Anhängsels in irgendwelchen Filmen, einmal von ein paar ganz wenigen Clone Wars Episoden abgesehen. Und Bespin - eine Art Oase - mußte ja auch, um des Kampf-Aspektes willens, erobert werden - ein Thema das in CW des öfteren auftaucht.

Und zweitens halte ich eine "Kriegergesellschaft" wire die USA nicht für willens und möglich, nicht-kampfbetonte Geschichten überhaupt zu erzählen, zumindest nicht im Star Wars - Genre. Ich bin da zugegebenermaßen etwas vorurteilsbehaftet, aber ich denke icht wirklich, daß eine Nation, die so sehr von der "Frontier" und einem "Waffenkult" anhängt, in der Lage ist, konfliktlose Geschichten zu erzählen.
Ja, es gibt berühmte Autoren unbd Filmemacher, die das können, US-amerikanische, aber Star Wars ist in meinen Augen DAS "Frontier" und Waffenkult-Film-Genre schlechthin !

Ich hätte mir vom Star Wars Universum viel lieber andere Filme gewünscht. Huckleberry Finn im Star Wars Universum ? "Die Farbe Lila" im Star Wars Universum ? Dramen, Roadmovies, einfach nur Geschichten.
Keine Waffen, kein waffenfähiger Konflikt.

Aber, das wird nie geschehen. Das, was dem am nächsten kommt, sind ein paar ganz wenige CW-Folgen. In denen einfach das Universum nur GEZEIGT wird, anstatt sich irgendwelche Leute darin andauernd bekriegen.

Und die Marvel- und die Superhelden-Filme generell, stecken, so vermute ich, in genau dieser Zwickmühle : Sie können nur "Action" darstellen. Und das in einer Art von Rüstungswettlauf.
Die Schurken müssen schurkischer, die Action rasanter, die Gewalttätigkeiten brutaler werden (das sind Dinge, die sich sogar über alle Franchises hinweg zeigen).
Genau das ist das Problem dessen, was ich mit "heavymetallisierung der Medien" meine.

In einem anderen Forum habe ich folgendes als meine SIgnatur, und das schon seit einigen Jahren :
"Any intelligent fool can make things bigger, more complex, and more violent. It takes a touch of genius and a lot of courage to move in the opposite direction." (E.F.Schumacher, Economist, Source)
Quelle : http://www.notenoughshaders.com/2012/07 ... of-gaming/

Schnellübersetzung : "Jeder intelligente Narr kann Dinge größer, komplexer, gewalttätiger machen. Es benötigt eine Berührung von Genie und eine Menge an Mut, um in die gegesätzliche Richtung dazu zu gehen."

Im Moment sehe ich diesen Teufelskreis fast überall in den Medien, aber zugegebenermaßen bin ich da auch etwas voreingenommen.

Fakt ist jedoch, daß sich das Gegensatzpaar "bund und fröhlich = kindisch und infantil" und "düster und grimmig = erwachsen und männlich" auf unabsehbare Zeit hinweg fest etabliert hat.

Daran wird sich auch so schnell nichts ändern, zumindest nicht bei den Star Wars Realfilmen.
"Resistance" ist ein Trickfilm.
Clone Wars hat versucht, beides zu sein. Wirkt auf mich, als würden Kinder an den "Kampf- und Waffenkult" herangeführt werden.
Alrik sucht : http://www.lichtgeschwindigkeit.de/viewtopic.php?f=12&t=9037

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon veers74 » Sa 20. Apr 2019, 13:12

Kriegerische Konflike sind leider noch nötig.
Man kann nicht oft genug zeigen, wie wichtig es ist, für Freiheit und Demokratie zu kämpfen.
Gerade in heutigen Zeiten, wo alles angezweifelt wird,- und vielen, gerade den Jüngeren in westlichen Gefilden, nicht bewusst ist,
wie gut es uns geht und wie schützenswert der Status quo ist.

Star Wars hat mir als Kind, trotz aller Faszination für das Böse, früh und kindgerecht erklärt was das alles bedeutet.
Waffengewalt gehört dazu. Die Menschheit wird noch lange brauchen bis es ohne geht. :?

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon Panzerfuchs » Sa 20. Apr 2019, 14:17

Hi. Nachdem hier viel spekuliert wurde, - was ich ja auch sehr interessant und an der Erzählung von Cairyn auch sehr schlüssig fand, muss ich euch doch mal ein wenig auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

Ihr müsst einfach mal bedenken, dass die Filme auch für diejenigen funktionieren müssen, die nur die Filme von Star Wars kennen. Ich selbst, würde mich jetzt als Star Wars Fan bezeichnen, habe aber erst vor 2 Jahren mit den Comics angefangen und einen Roman über Star Wars habe ich nie gelesen bzw. werde ich auch nie lesen! Aber ich kenne dafür alle Serien.
- Ich habe einige Freunde und Bekannte, die auch an Star Wars interessiert sind. Die kennen aber nur die Filme. Die kennen weder einen Roman, noch Comic, noch Serie, oder sonstwas.
- Daher werden sich die Filme immer nur an sich selbst orientieren müssen, da sonst gewisse Dinge nicht mehr funktionieren, weil sich der "normale" Zuschauer dann diese Sachen nicht erklären kann. Es sei denn, sie würden im Film wieder erklärt. Das Auftauchen von Darth Maul in Solo hat schon einige verwirrt. Es wird notwendig sein, in einem neuen Solo Film, zu erklären, was mit ihm passiert ist.

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon Panzerfuchs » Sa 20. Apr 2019, 14:45

Zitat von AlrikFassbauer:
Ich hätte mir vom Star Wars Universum viel lieber andere Filme gewünscht. Huckleberry Finn im Star Wars Universum ? "Die Farbe Lila" im Star Wars Universum ? Dramen, Roadmovies, einfach nur Geschichten.
Keine Waffen, kein waffenfähiger Konflikt.

Aber, das wird nie geschehen. Das, was dem am nächsten kommt, sind ein paar ganz wenige CW-Folgen. In denen einfach das Universum nur GEZEIGT wird, anstatt sich irgendwelche Leute darin andauernd bekriegen.

Und die Marvel- und die Superhelden-Filme generell, stecken, so vermute ich, in genau dieser Zwickmühle : Sie können nur "Action" darstellen. Und das in einer Art von Rüstungswettlauf.

Fakt ist jedoch, daß sich das Gegensatzpaar "bund und fröhlich = kindisch und infantil" und "düster und grimmig = erwachsen und männlich" auf unabsehbare Zeit hinweg fest etabliert hat.

Daran wird sich auch so schnell nichts ändern, zumindest nicht bei den Star Wars Realfilmen.
"Resistance" ist ein Trickfilm.
Clone Wars hat versucht, beides zu sein. Wirkt auf mich, als würden Kinder an den "Kampf- und Waffenkult" herangeführt werden.
Zitat Ende.



Ich kann zwar diese Argumentation verstehen, aber ich bin der Meinung, dass gerade Star Wars für mich eine gewisse Aktion benötigt, um zu funktionieren. Ich muss auch ehrlich sagen, dass mich an diesem Film am meisten die Raumschlachten und die Laserschwertduelle fasziniert haben und ich bin der Meinung, dass gerade das auch damals die Faszination an Star Wars ausgemacht hat, dieser Quantensprung an Bildeffekten, den es vorher nicht gab. Es gab vorher und nachher gute Märchen, aber diese Besonderheit von Star Wars ergab sich für mich, vor allem aus den überwältigenden Bildern.

Das ist auch immer noch ein gewisser Teil meines Antriebs, wenn ich Star Wars sehen will. Natürlich kann eine Serie wie z.B. Clone Wars da viel mehr Varianten hineinbringen. Weil eine Serie viel mehr Zeit hat, auch einmal Hintergründe und Nebengeschehnisse zu erzählen. Auch das alles gehört zu einem Kampf bzw. Krieg. - Wenn ich z.B. weiß, dass ich für die Versorgung eines Soldaten an der Front, drei Soldaten brauche, die sich um dessen Versorgung kümmern, dann wird klar, dass ein Krieg für die Meisten doch weniger mit direkten Schlachten zu tun hat. - Ich fand Clone Wars deswegen auch gut, weil auch einmal solchen Hintergründe erzählt wurden und nicht ständig gekämpft wurde. Andererseits fand ich Clone Wars aber auch gerade deswegen gut, weil gekämpft und gestorben wurde. Auch der Zeichenstil / Animationsstil gefiel mir gut. - Dagegen war Rebels, die ich auch gesehen habe, eher eine lahme Kindersendung.

Insgesamt gesehen bin ich persönlich der Meinung, dass sich Star Wars mit The Last Jedi in einigen Bereich weiterentwickelt hatte, wobei leider wichtige Punkte, wie etwa die Herkunft von Rey absolut vernachlässigt wurden. Darin besteht meiner Meinung der große Fehler von The Last Jedi.

Die ersten Filme, waren, notgedrungen, etwas sehr vereinfacht dargestellt. Die bösen Sturmtruppen mit dem noch böseren Darth Vader auf der einen Seite und die freiheitsliebenden Rebellen auf der anderen Seite. - Damals für mich als 11-jährigen super, heute für mich als über 40-jährigen eher platt und einfach dargestellt.
Da lobe ich mir die Serien und Comics, wo auch einmal die Beweggründe der Sturmtruppler gezeigt werden, und auch gezeigt wird, wer der wahre "Böse" ist.
Deswegen war auch die Prequell-Trilogie wichtig, weil sie auch zeigte, wie jemand zur dunklen Seite wechseln kann und wie seine Beweggründe dafür sind. - Obwohl ich persönlich diesen Wandel in ROTS nur sehr schlecht dargestellt fand.

Die Welt ist halt in Wirklichkeit viel komplexer als das in vielen Filmen dargestellt wird. Wie schon öfter hier so richtig dargestellt wurde: Niemand ist von Natur aus Böse! - Ich persönlich finde aber, dass die Storys, auch in den Aktion-Filmen viel viel besser werden, als früher. - Wenn ich da z.B. Marvel The Avengers, Infinity War, nehme. Da wird doch endlich mal klargemacht, warum Tanos das alles tut und man kann das dann auch nachvollziehen. Und es geht ihm dabei mal endlich nicht nur um "Macht", sondern er hat ein konkretes Ziel, um das Leben in geregeltere Bahnen zu lenken. -

- Eigentlich bin ich auch der Meinung, dass es nie eine wirkliches Ende für Star Wars geben kann. Klar, könnte eine Seite siegen, aber wie man ja aus The Last Jedi und den vielen Comics erfahren hat, wird sich irgendwann die andere Seite wieder erheben. - Und wenn es 10.000 Jahre dauert.

Im Übrigen hätte man ja auch mal auf den "Todesstern" verzichten können. In Star Wars Legacy: Cade Skywalker Sith Jäger, ist da z.B. ein schönes Beispiel wie man Welten vernichten kann, nämlich mit einer Seuche bzw. Gift. - Wäre mal eine Alternative gewesen.

Außerdem möchte ich mal diejenigen, die immer auf The Last Jedi, rumhacken mal etwas bremsen. Klar hatte der Film Fehler und Szenen die einem nicht gefallen haben. Aber das haben nach meiner Meinung alle Filme.
Wo sind z.B. die Antriebsdüsen des Todessterns?
Zuletzt geändert von Panzerfuchs am So 21. Apr 2019, 21:41, insgesamt 6-mal geändert.

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon veers74 » Sa 20. Apr 2019, 22:50

@Panzerfuchs :obacht:
Das Zitat, welches Du verwendest, ist nicht von mir. :!: :salute:

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon Panzerfuchs » So 21. Apr 2019, 21:39

Äh, ja Sorry. Das ist leider durcheinander gerutscht, weil ich einiges weggelassen habe, was nicht gepasst hat. Durch die blöden ewigen Umschreibungen bei den Zitaten blicke ich da nicht durch, was wohin gehört. War keine böse Absicht!

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon AlrikFassbauer » Mo 22. Apr 2019, 12:57

@Panzerfuchs : Ich verstehe deine Sichtweise, ich bin aber einfach ein völlig anders funktionierender Mensch. ;) Ich bin im Herzen Geschichtenerzähler - und möchte darum auch Geschichten "erleben". ;)

Als Geschichtenerzähler geht Action daher auch im Grunde völlig an mir vorbei. Action kann systemisch bedingt niemals die Tiefe haben, wie sie zum Beispiel eine Charakterdarstellung von Hamlet hat.

Ich möchte einfach auch, daß aus bestimmten Bahnen, aus bestimmten Klischees einfach "herausgebrochen" wird. Nichts langweilt mich so sehr, wie actiongeladene Klischees, sozusagen. ;)

Daß einer der Superhelden Rollstuhlfaher ist, ist so von der Art, wie ich gerne "gebrochene Klischees" haben möchte. ;) Antihelden im Sinne von "eigentlich könnte er nie ein Held werden" habe ich immer am liebsten gemocht. Deswegen konnte ich mich auch so toll mit dem Protagonisten in "Drachenzähmen leucht gemacht" 1 identifizieren. ;) Er war so total ich ! ;) Inklusive Behinderung ! ;)

Vielleicht bin ich auch einfach nur romantisch veranlagt. So was wie Aschenputtel vielleicht. ;) Okay, Klöckner von Notre Dame ist dann auch wieder nicht meins. ;)
Alrik sucht : http://www.lichtgeschwindigkeit.de/viewtopic.php?f=12&t=9037

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon botrooper » Mi 24. Apr 2019, 20:14

Der deutsche Titel ist raus. Der Trailer kam wohl in einigen Kinos in der Vorschau vor dem Avengers Film.

Der Aufstieg Skywalkers

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon Tripod » So 28. Apr 2019, 19:25

Hört sich nach Alpen an …

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon Ronking » So 28. Apr 2019, 20:44

Wie hätte man es auch anders, wenn wörtlich, übersetzen wollen :-)

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Re: Star Wars Episode IX - The Rise of Skywalker

Beitragvon Darkside » Mo 29. Apr 2019, 14:54

Auf der Star Wars Homepage ist der Tailer jetzt auch auf Deutsch zu sehen....und eben erst aufgefallen...der Falke hat endlich wieder eine runde Antenne! :drunken:
...seit dem 30.03.2011 im 96er Vintage MOC-Club... :drunken:


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