Star Wars Episode VIII - Spoiler -

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Sandman100 » Mi 3. Jan 2018, 20:25

Ich habe ihn mir gestern auch noch einmal angesehen. Finde ihn nach wie vor ganz gut. Die Inhaltlichen Schwächen wenn man so will, sind ja mittlerweile bekannt und stören den einen mehr, den anderen weniger.

Den "Humor" an einigen Stellen finde ich nach wie vor unpassend und nicht für Star Wars gemacht. Neuer Zeitgeist bzw. Blockbusterhumor?
Die Schwebe-Szene mit Leia, unglücklich optisch gelöst würde ich mal sagen. Ich für meinen Teil hätte es gerne gesehen wenn Kylo seine Mutter zurück ins Schiff "geschoben" hätte.
Und Hux? Ein Vader hätte ihn schon mehrmals seines Ranges enthoben :-). Kylo ist da viel zu lasch. Aber wie Snoke schon sagte, eben kein Vader.

Ich denke über Snoke könnte man noch was erfahren. Im schlimmsten Fall war er ein Klon-Körper (Achtung, Spoiler für EP9 :-) )

Werde ihn mir dann auch als Blu Ray gönnen.
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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Tripod » Mi 3. Jan 2018, 21:43

In den Comics „Das Dunkle Imperium“ gibt es ja auch den Clonimperator …

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Sandman100 » Mi 3. Jan 2018, 22:23

In den Comics „Das Dunkle Imperium“ gibt es ja auch den Clonimperator …
Korrekt. Zudem kamen im alten EU einige Klone vor. Auch Jedi-Meister...
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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Tripod » Mi 3. Jan 2018, 22:42

Für mich ist das „Das Dunkle Imperium“ eh die eigentliche Fortsetzung … die Comics sind einfach super …

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Vokoun » Mi 3. Jan 2018, 23:46

Für mich ist das „Das Dunkle Imperium“ eh die eigentliche Fortsetzung … die Comics sind einfach super …
Mit Abstand die beste Fortsetzung einer Geschichte die ich je gelesen habe. Dazu kommt das unglaubliche das der Comic noch vor Episode I bis III erscheinen ist. Als die Filme dann von lucas heraus gekommen sind und die clone auftauchten, da würde der Comic noch besser

Das wäre eine persönliche Traum Verfilmung für mich gewesen.

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Tripod » Do 4. Jan 2018, 00:44

Hatte ich auch lange drauf gehofft, aber nun ja, es kam anders … auch nicht schlecht …

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Darth_V » Do 4. Jan 2018, 17:16

Ich hoffe, dass ich am WoE endlich dazu komme, den Film ein zweites Mal zu sehen. Zuvor habe ich mir heute aber noch div. YouTube-Videos angesehenen, mit erstaunlichen Folgen.
Zunächst einmal ist es einfach, all die Schwächen, die man größtenteils selber gesehnen hat, von anderen bestätigt zu bekommen. Ein exzellentes und sehr lustiges Beispiel ist der von Veers74 gepostete Fake-Pitch zum Film. (Wer ihn noch nicht gesehen hat: https://www.youtube.com/watch?v=1v2PV52WNLY) :mrgreen:
Also: Alles Mist!
Dann aber habe ich mir aber dieses (45-minütige!) Video angeschaut und es hat meine Perspektive ein wenig verschoben:
https://www.youtube.com/watch?v=RwhLCFR5NJc
Erik Voss geht den gesamten Film durch und ich muss gestehen, einige der Punkte, die er anführt, habe ich so noch nicht gesehen bzw. nicht geschnallt. Einer meiner Hauptkritikpunkte war, dass nicht klar wird, um was es in dem Film eigentlich geht. Jetzt, so glaube ich, verstehe ich mehr.
Es gibt drei zentrale Themen, die sich kurz so umschreiben lassen:
- The balance of the Force (es gibt nicht nur schwarz oder weiß)
- The old has come to an end (es ist nicht hilfreich sich auf das Alte zu verlassen)
- The Force is no privilege of the chosen ones (auch ohne die entsprechende "Abstammung" kann man die Macht beherrschen)

Hier möchte ich kurz wiedergeben, wie ich das verstanden habe, wobei die Punkte ineinander übergehen:
Zur ersten These:
eine Einteilung der Machtbegabten in Gut oder Böse, Jedi und Sith ist Unsinn. Ob jemand gut oder böse ist, ist eine Frage der Entscheidungen, die man in jeder einzelnen Situation trifft (so wie Kylo, als er Han ermordet, Leia aber verschont). Es gibt kein Schicksal, keine Bestimmung. Da liegen die Jedi falsch, deshalb ist ihre Zeit auch vorbei. Die neue Generation wird sich nicht mehr eindeutig zuordnen lassen. Sie sind menschlich...
Zur zweiten These:
Deshalb muss eine neuer Weg gefunden werden. Alte Lichtschwerter oder Laserschwerter, Masken von Verstorbenen spielen keine Rolle mehr. Die Tradition ist in ihrer Form als Mythos oder Legende nur wichtig im Hinblick auf das Hier und Jetzt (Schlussszene!). Dabei zählt nicht, was wirklich gewesen ist, sondern nur die Geschichten, die davon berichtet werden. Die eigene Herkunft ist unbedeutend (Kylo über Reys Eltern, Rey, die nur sich selbst im Spiegel sieht). Entscheidend ist, was man daraus macht, die Hoffnung auf bessere Zeiten ...
Dieser Bruch mit dem Alten ist es natürlich auch, der uns old-school Fans den Film vermiest! Ihn hat Abrams vermieden, aber hier beginnt das neue Star Wars.
Zur dritten These:
Dazu habe ich ja schon in anderen Posts etwas gesagt und dies ist sicherlich eine zentrale Thematik, die durch Reys Herkunft und die Schlussszene deutlich wird. Auch ein "Niemand" kann zu einem Meister der Macht werden. Ein sehr demokratischer Gedanke!

Man könnte natürlich noch viel mehr dazu sagen. Schaut euch doch am besten das Video. Den Film finde ich dadurch zwar auch nicht spitze, aber schon um einiges erträglicher.

P.S.: Apropos Luke: Von dem werden wir in EIX noch viel sehe, schätze und hoffe ich! Sowohl im Zusammenhang mit Rey als auch Kylo. Sein Tod war so notwendig und er wird mächtiger sein, als wir uns das vorstellen können. ;)

Würde mich über Feedback freuen! Seht ihr diese Punkte auch und ist das alles Bockmist?

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Darkside » Do 4. Jan 2018, 20:43


...

Zur dritten These:
Dazu habe ich ja schon in anderen Posts etwas gesagt und dies ist sicherlich eine zentrale Thematik, die durch Reys Herkunft und die Schlussszene deutlich wird. Auch ein "Niemand" kann zu einem Meister der Macht werden. Ein sehr demokratischer Gedanke!

...
Anakin Skywalker war ein Sklavenjunge auf Tatooine, sein Sohn Luke ein "einfacher" Rübenbauer auf Tatooine...nicht gerade eine "glanzvolle" Herkunft...aber das ist ja das tolle an Star Wars...auch ein "Nobody" kann ein mächtiger "Machtnutzer" aka Jedi/Sith werden...von den anderen machtbegabten Wesen, z.B.Yoda, Obi Wan, Qui Gon, um nur ein paar zu nennen, kennt man ja oftmals nicht die Herkunft...
...seit dem 30.03.2011 im 96er Vintage MOC-Club... :drunken:

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Tripod » Do 4. Jan 2018, 21:08

Anakins Erzeuger war ja auch direkt die Macht, nicht wahr …

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Darth_V » Do 4. Jan 2018, 21:19

Eben: einmal unbefleckte Empfängnis (oder war es doch Darth Plageius) und Luke, als Sohn des "Auserwählten"!!!

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Vokoun » Fr 5. Jan 2018, 00:25

Anakins Erzeuger war ja auch direkt die Macht, nicht wahr …
Beim letztenmal ging bei sowas ein Stern im Osten auf... :drunken: :mrgreen:

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon workhard » Fr 5. Jan 2018, 23:07

Anakins Erzeuger war ja auch direkt die Macht, nicht wahr …
Beim letztenmal ging bei sowas ein Stern im Osten auf... :drunken: :mrgreen:
Alter...... Uiuiuiuiuiuiuiui :evil4:
...was soll das heißen, einen Auftrag? ... na das kostet...
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.......und VADER Anhänger mit intensiven Focus :mrgreen:

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Tripod » Fr 5. Jan 2018, 23:25

Todesstern?

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon argon » Sa 6. Jan 2018, 00:35

Komme gerade aus dem Kino und muss sagen der Film hat mir noch besser gefallen als beim 1.mal. Natürlich hat er Schwächen und die eine oder andere Szene ist fast schon lächerlich (allen voran die Mary Poppins-Szene) aber er sprüht im Gegensatz zu Ep.7 geradezu von neuen Ideen, der Plot ist nicht vorhersehbar, die Charaktere sind interessanter gezeichnet (bis auf Hux, der auch in Ep.7 bei seiner Rede lächerlich auf mich wirkte). Und schlimmer als die Prequels ist er m.E. auf keinen Fall. Er unterhält und für Kinder und Jugendliche (die eigentliche Zielgruppe der OT, ... wir vergessen es nur allzu gerne ;) ) ist er ein riesen Gaudi :D

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Cairyn » Sa 6. Jan 2018, 01:12

Ich sage mal, die angedeutete Philosophie läßt sich nur schwer verallgemeinern.

Als Lucas noch den Daumen auf allem hielt, gab es zumindest eine "Vision" des großen Ganzen (wobei Lucas auch nicht immun dagegen war, seine Interpretationen ebenso wie seine Historie zu ändern). Mittlerweile scheint aber jeder Autor/Regisseur sein eigenes Süppchen zu kochen. Storygroup hin oder her, was ich an Star Wars am meisten vermisse, ist die konsistente Vision in Verbindung mit einer zuverlässigen Geschichtsschreibung.

Insofern würde ich nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, daß alles, was Johnson hier andeutet, Bestand haben wird. Wir wissen bereits, daß Johnson den ersten Entwurf zum Film geschrieben hat, ohne TFA vorher gesehen zu haben. Wir wissen auch, daß es keinen Autor gibt, der die Gesamheit der neuen Trilogie im Auge hatte - jeder Regisseur gestaltet seine Fortsetzung, wie er es für richtig hält. Johnson hat dabei einige von Abrams vorbereitete Setups über den Haufen geworfen. Ob nun Abrams sich das "gefallen lassen" wird? Oder kehrt Abrams jetzt wieder zu seiner ursprünglichen Idee zurück und konterkariert Johnsons Interpretation?

In einigen Dingen wäre das wohl nicht mal schlecht. Kylos Aussage, Reys Eltern seien "niemand", ist angesichts des Flashbacks in TFA kaum zu halten. Wenn Reys Eltern sie nach Jakku gebracht haben, sind sie es, die da mit dem Raumschiff wegfliegen (Raumschiff... gesteuert von Säufern, die in einem flachen Grab auf Jakku liegen? Naaaah...). Wenn nicht, wer war es dann, und warum? Für mich ist dieses Setup in TFA durch Johnson allenfalls temporär wegerklärt, aber nicht gelöst. Ebenso die Knights of Ren, die Johnson komplett ignoriert.

Es scheint Johnson wichtig zu sein, Rey als Heldin "ohne Vergangenheit" zu zeigen. Aber daß Jedi nicht einer auserwählten Blutlinie entstammen, sollte in den Prequels hinreichend deutlich gemacht worden sein. Jedi haben keine Familien, ergo auch keine Kinder, was bedeutet, daß neue Jedi schon immer aus dem "gemeinen Volk" stammten und nur von den Jedi eingesammelt und in den Tempel nach Coruscant gebracht wurden. Die große Ausnahme sind doch nur Luke und Leia als Kinder des Auserwählten.

Wobei das ganze Trara um den Auserwählten auch nie vernünftig erklärt wurde. Wir wissen nicht, wer wann diese Prophezeihung gemacht hat oder wie genau sie lautet. Yoda selbst zieht die Prophezeihung in Zweifel, was auch mit seiner Aussage in ESB konform geht: Always in motion, the future is! Welche Philosophie steckt also hinter der Idee einer Prophezeihung? Welche Interpretation lassen die Jedi (und auch die Sith) der Macht angedeihen, wenn sie an Auserwählte, Bestimmung oder Vorhersagen glauben? Und wie soll man die Prophezeihung als Zuschauer auffassen, als Realität oder als einen Aberglauben, der sich in die Lehren der Jedi gefressen hat?

Und was bedeutet "Balance of the Force" im Kern? Ein Gleichgewicht kann es nur geben, wenn es widerstreitende Mächte gibt; vereinheitlicht man alles zu einem großen Grau, landet man letztlich bei der Potentium-Theorie, die Vergere verkörperte. (Und gegen die Lucas selbst vehement Einspruch erhob, woraufhin Vergere nachträglich zum lügenden Sith umgedeutet wurde.)

Gehen wir also davon aus, daß es eine helle und eine dunkle Seite tatsächlich gibt, und daß ein Gleichgewicht zwischen beiden nötig ist (oder angestrebt? oder automatisch vorhanden?). Das Symbol des Ersten Jedi auf Ahch-To zeigt die dunkle und helle Seite zugleich, mit dem Jedi dazwischen, ein Yin und Yang der Macht. Snokes Aussage "Darkness rises, and light to meet it" impliziert, daß sich helle und dunkle Seite gegenseitig bedingen. Ignorieren wir außerdem mal die Auswüchse der Mythologisierung, die durch Clone Wars (oder das alte tote EU) entstanden sind - die Celestials von Mortis ebenso wie die Geister-Priesterinnen der Macht aus Yodas späterer Reise in der sechsten Staffel, oder die Lothwölfe und den Bendu aus Rebels.

Dann ergibt sich der Irrtum der späten Jedi eigentlich von allein. Der Erste Jedi lebte auf der Grenzlinie zwischen heller und dunkler Seite und kannte beide (und damit auch das Gleichgewicht) - gewissermaßen ein Grauer Jedi des alten EU. Die späten Jedi haben die dunkle Seite verdrängt und bekennen sich nur zur hellen Seite, während die Sith als Gegenpol nur die dunkle Seite nutzen. (Übrigens wissen wir auch noch nicht, wie Jedi und Sith sich wechselseitig entwickelt haben - sich vielleicht sogar bedingen.) Sie sehen die dunkle Seite sogar als aktive Gefahr, die sie verführt und für immer festhält - etwas, das Luke mit Anakins Erlösung widerlegt. Die dunkle Seite ist für Jedi das moralisch Böse.

Damit verlieren beide Seiten sozusagen einen Teil von sich selbst und kennen nicht länger die Ganzheitlichkeit der Macht. Die Jedi sind genauso einseitig wie die Sith, und genauso im Irrtum. Sie halten die Prophezeihung für das Versprechen, die Sith zu vernichten, doch die Ausprägungen der dunklen Seite lassen sich genausowenig zerstören wie die dunkle Seite selbst. Eine Zerstörung der Sith macht die Vernichtung der Jedi (in ihrer gegenwärtigen Form) sozusagen unausweichlich. Die Dunkelheit der Sith entsteht im Kontrast zum Licht der Jedi, und die Jedi können nur als Gegenpol der Sith so existieren, wie sie es tun. Das prophezeihte Gleichgewicht der Macht besteht nicht im Sieg der hellen Seite (und damit der Jedi), sondern in der Auslöschung beider Extreme.

Insofern ist Lukes Rückzug nach Ahch-To folgerichtig. Er hat gesehen, daß ein Erstarken der Jedi nach der Tradition der Republik ebenso ein Erstarken der dunklen Seite bedeutet. Sein großer Fehler mit Ben Solo bestand nicht darin, ihn getötet oder nicht getötet zu haben - es war bereits die Ablehnung der Dunkelheit in Ben. Anstatt Ben zu helfen, die dunkle Seite ebenso wie die helle anzunehmen (was Luke als Schüler Yodas und Erbe der republikanischen Jedi wohl auch gar nicht kann), wollte er Ben ausschließlich auf der hellen Seite sehen, und trieb ihn damit indirekt in Snokes Arme. Luke hat nun seine Tradition als Fehler erkannt, die die dunkle Seite im Spiegel gewissermaßen stützt - all die Dunkelheit, die die Jedi aus sich selbst verbannen, landet irgendwo, ballt sich in der Macht, und erzeugt Monstren - die es nicht gegeben hätte, wenn die Jedi die dunkle Seite akzeptiert hätten.

(Man vergleiche dazu auch Reys Visionen auf Ahch-To. Die Macht ist das Leben selbst, und im Leben existiert auch Tod; das Gleichgewicht der Macht erfordert beides. Luke erkennt diese Wahrheit erst spät im Leben und fürchtet nun das Ausmaß der Macht und seine Ausprägung in Kylo und Rey. Er kann sich erst fortentwickeln, nachdem er dieses Wissen annimmt und sich wieder der Macht öffnet.)

Ebenso weiß Luke, daß die Macht selbst das Gleichgewicht herstellt. Der Aufstieg der dunklen Seite in Form von Snoke, Kylo und den Knights of Ren wird von der Macht gekontert durch Rey (mindestens...). Luke verschafft dem Widerstand auf Crait Zeit und nimmt sich gleichzeitig selbst aus dem Spiel - und auch die alte Lehre und Lebensweise der Jedi, deren finale Verkörperung er ist.

Im Vorfeld des Films gab es große Diskussionen darüber, wie Lukes Aussage "it's time for the Jedi to end" zu verstehen ist. Nach TLJ ist aber klar, daß der Satz wirklich genau so zu verstehen ist. Die Jedi - in der Tradition der Prequels und der Alten Republik - enden hier mit Luke. Rey ist kein Jedi - wie auch Johnson selbst sagte, "The Last Jedi" sei kein Plural! Und das ist ein ziemlich gewagter Schritt von Disney. (Wenn die Oberen überhaupt verstanden haben, was Johnson da treibt...)

Viele Fans diskutieren schon wieder - darüber, was denn in Ep9 noch passieren soll. Es scheint auf den ersten Blick klar zu sein, daß Rey neue Jedi ausbildet und gegen Kylo kämpft und ihn tötet und vorbei isses. Aber nein! Jetzt wird die Geschichte erst auf zwei Ebenen interessant:
  • erstens, auf der Metaebene als Kampf der Regisseure. Wenn Abrams (weil er selbst das will oder von Disney darauf getrimmt wird) auf den ausgetretenen Pfad zurückkehrt und nur Themen der OT repliziert, gewinnt "das Gute", und alle Thesen hier sind hinfällig; die ganze Star Wars-Serie wird sich in Zukunft mit immer wiederkehrenden Gut-Böse-Konflikten erschöpfen. Wenn Abrams hingegen die von Johnson angedeuteten Themen weiterführt, muß etwas gänzlich anderes geschehen...
  • zweitens, auf der Ebene des Films, muß der Konflikt zwischen Rey und Kylo gelöst werden, entweder mit einem einseitigen Sieg a la ROTJ, oder im komplexeren Johnson-Universum durch einen Bruch des Hell/Dunkel-Schemas.
Kylo zerstört seine Maske, und seine Reliquie von Vaders Helm findet keine Erwähnung mehr - er löst sich explizit verbal und in Taten von der Vergangenheit und deren Lehren; Rey rettet die Jedi-Bücher vor der Zerstörung (oder dem Vergessen auf Ahch-To) und bewahrt damit ein Link zur Geschichte. Am Ende von TLJ sind beide in jeder Hinsicht Gegenpole, und die Spannung in Ep9 wird auch darin bestehen, ob die Ganzheit von SW in gewaltige zyklische Konflikte mündet, sich selbst erneuernde Inkarnationen von heller und dunkler Seite in extremer Polarität, oder ob sich die Stories in Zukunft auf den persönlichen, individualisierten Konflikt reduzieren, ein Universum, in dem vielfältig schattierte Charaktere existieren können, abseits der spezifischen Muster der Campbell'schen Heldenreise.

So sehr ich TLJ wegen gewisser Dinge kritisiere (siehe früherer Post), so sehr würde ich es begrüßen, wenn Johnsons interessantere Interpretation die Zukunft von Star Wars begleitet. Anderenfalls besteht die Gefahr, daß sich das SW-Universum immer nur um weiße Hüte und schwarze Hüte dreht, supergute Helden, die sich selbst aufopfern, gegen superböse Bösewichte in einander ähnlichen schwarzen Kostümen.

tl;dr Eigentlich ist TLJ ziemlich interessant. Man muß nur 'ne Menge Kram ignorieren.

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Darth_V » Sa 6. Jan 2018, 13:21

@Cairyn:
Höchst interessante und differenzierte Ausführungen. Du siehst den Film in einem noch weiteren Kontext. Der Ansatz von Johnson ist offensichtlich viel anspruchsvoller, als ich ihn zunächst verstanden habe, was aber nur z.T. über die vielen anderen Schwächen hinweg tröstet.
Die "balance of the force"-Theorie in TLJ ist in der Tat sehr spannend und würde, wie du sagst, einen neuen Weg beschreiten, der mit alten Konzepten bricht. Ein Bruch, der aber neue Wege ermöglicht.
Zentral ist aber in der Tat, inwieweit dieser Weg von Abrams, dem Meister der "loose ends" (s. Lost), weitergeführt wird. Ich bin da skeptisch.

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Spearhead24 » Sa 6. Jan 2018, 13:35

@Cairyn:
Höchst interessante und differenzierte Ausführungen. Du siehst den Film in einem noch weiteren Kontext. Der Ansatz von Johnson ist offensichtlich viel anspruchsvoller, als ich ihn zunächst verstanden habe, was aber nur z.T. über die vielen anderen Schwächen hinweg tröstet.
Die "balance of the force"-Theorie in TLJ ist in der Tat sehr spannend und würde, wie du sagst, einen neuen Weg beschreiten, der mit alten Konzepten bricht. Ein Bruch, der aber neue Wege ermöglicht.
Zentral ist aber in der Tat, inwieweit dieser Weg von Abrams, dem Meister der "loose ends" (s. Lost), weitergeführt wird. Ich bin da skeptisch.
Dito.

@Cairyn:
Danke für die ausführlichen Schilderungen, sehr treffendes Fazit auch.
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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Luke Starkiller » Sa 6. Jan 2018, 15:02

@Cairyn: Sehr durchdachte Interpretation. Kann Deine Ausführung sehr gut nachvollziehen. Der Plan sieht vor, STAR WARS in eine neue Generation zu transportieren. Die OT entstand in einer Zeit, in der schwarz und weiß (Ost und West) noch klar definiert waren. Mittlerweile leben wir in einer Welt der Grautöne. Dennoch wünsche ich mir, daß meine Lieblingsfilmserie auch zukünftig "Farbe bekennt" und nicht alle Werte relativiert.

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Panzerfuchs » Sa 6. Jan 2018, 18:50

@cairyn und Darth_V Also, ich muss ja sagen, dass ich von deiner schriftlichen Darstellung absolut beeindruckt bin! Hut ab!!! - Dann möchte ich dazu sagen, dass du das wunderbar rübergebracht hast und ich das so auch alles nachvollziehen kann.
Dann möchte ich mal meine Meinung dazu sagen!
- Ich gehe jetzt mal davon aus, so wie ich deinen Beitrag gelesen habe, dass das nicht alles deine Meinung ist und uns das lediglich näher bringen wolltest, was sich da wohl der ein oder andere Ami, bzw. der Regisseur Johnson gedacht hat. -

- Zum Totlachen! - Quatsch! Dummheit! Fehlende Lebensweisheit, weil immer nur auf der Sonnenseite des Lebens gelebt! Kann er in einem Independent Film machen! - Das verstehen noch nicht mal 2% der Leute, die sich Star Wars anschauen! Und von den 2% leben wahrscheinlich 2/3 nicht in den USA!
Zuletzt geändert von Panzerfuchs am Sa 6. Jan 2018, 19:01, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Panzerfuchs » Sa 6. Jan 2018, 18:58

Ich will da gerne mal auf einige Aspekte eingehen, die von dir da aufgezählt werden!

1. Die Herkunft der Jedi oder Sith! - Dieser Aspekt hat in Star Wars noch nie eine Rolle gespielt! Ist also völlig an den Haaren herbeigezogen! Wie schon aufgezählt worden ist, stammen die Hauptpersonen, Anakin und Luke aus fast nicht vorhandenen Familien. Anakin hat nur eine Mutter und ist selbst Sklave, Luke hat gar keine Eltern und wächst als Feuchtfarmer auf einem Wüstenplaneten auf! - Auch sonstige Jedi werden als Kinder ihren Familien genommen und wachsen quasi ohne jeglichen Luxus, wie Mönche im Kloster, auf. Materielle Dinge dürften den Jedi völlig fremd sein.
Darum geht es in Star Wars auch nicht! Wenn es in Star Wars um irgendetwas geht, dann um Macht, bzw. die Macht.

2. Den ganzen Quatsch (so ist es ja wirklich im Leben) von Grautönen und Entscheidungen versteht der Durchschnittsmensch nicht! Für den, der ins Kino geht, ist das also zu hoch angesetzt! - Deshalb funktioniert TLJ auch nicht! Weil die Masse der Zuschauer die Botschaft nicht versteht, die da wohl rübergebracht werden sollte! Würden die Leute es verstehen, dann würden wir uns hier nicht so über den Film streiten und ihr beiden müsstet nicht dieses epische Erklärung schreiben!

3. Der Punkt, in dem es um Entscheidungen geht, ist, denke ich ein sehr guter Punkt! - Hier widerspreche ich aber vehement, dass jede Entscheidung gleich viel Bedeutung hat wie eine andere. In jedem Leben gibt es Entscheidungen, die so entscheidend und wichtig sind, dass sie das ganze spätere Leben bestimmen! Meist ist diese Entscheidung auch keine Augenblicksentscheidung, sondern eine Entwicklung mit vielen kleinen Entscheidungen. Die schließlich zu einem Punkt führt, wo man nicht mehr zurück kann und in seinem Weg quasi an einem Scheidepunkt angelangt ist. Das mag sich jetzt großspurig anhören, ist aber auch im Film so. Anakin geht über viele Entscheidungen, in Richtung der dunklen Seite. Viel zu seiner Zeit als Padawan kann man ja nicht sagen (Bücher lasse ich mal weg). Entscheidend ist in ihm aber wohl eine latente Angst. Woher die kommt, erschließt sich mir jedoch nicht wirklich. - Hier sind die alten Filme schon sehr fragwürdig. - Entscheidende Punkte bei Anakin sind der Tod seiner Mutter und sein Gemetzel unter den Tusken, sowie die Rettung von Palpatine, wodurch er den Tod von Windu verursacht. - Dinge, die für mich schon in den Filmen nicht wirklich nachvollziehbar waren. Danach ist er quasi auf seinem Weg gefangen und kann keinen anderen Weg mehr einschlagen! Es sei denn er opfert sich selbst, in dem er sich dem Imperator stellt. Dazu hat er aber über all die Jahre keine Veranlassung. Erst die Gefühle für seinen Sohn bringen ihn dazu sich zu opfern. - Wodurch er nach meiner Meinung aber nicht seine unsäglichen Taten sühnt! Dass er am Ende von ROTJ neben Obi Wan und Yoda steht, ist schon ein Schlag ins Gesicht und eine Frechheit!

4. Viele andere Leute sind ja genauso in ihren Entscheidungen gefangen. Leia, die ja so erzogen wurde und die "Tochter" von Bail Organa ist, wird wohl schon als Jugendliche (Rebels) Entscheidungen getroffen haben, die sie gegen das Imperium einnehmen. Auch wird sie ihre Erziehung einen gewissen Blick auf das Imperium gelehrt haben. Somit ist ihr Weg auf der Seite der Rebellen ebenfalls vorgeschrieben.
Hier spielt z.B. Fin eine interessante Rolle. Er wurde als Kind von seine Eltern weggeholt und als Soldat erzogen. Jedoch steht er irgendwann, beim Angriff auf die Wüstensiedlung vor der großen Entscheidung seines Lebens! Soll er den Weg seiner Erziehung gehen und das Feuer eröffnen oder nicht? Er tut es nicht und trifft damit eine Entscheidung, die alle weiteren Entscheidungen bedingt. Er wäre aus der Sache wohl auch nicht mehr anders herausgekommen, als für seine Überzeugung hingerichtet zu werden, oder die Befehle beim nächsten Mal auszuführen.
Insoweit sind die Entscheidungen schon wichtig, aber unsere Herkunft und damit unsere Gene und unsere Erziehung, haben ganz großen Einfluss auf die Entscheidungen, die wir treffen werden. Insoweit kann ich es dann verstehen, dass Rey keine Herkunft haben soll, weil diese ja keinen Einfluss auf sie haben soll.

5. So gesehen ist es bei den Jedi und Sith auch kein Wunder, dass sie von Geld und Vermögen nicht angezogen werden, weil sie ja mit Entbehrungen leben müssen und ein an sich hartes Leben gewohnt sind. Dahingegen implementiert ihre Erziehung, ihre Schüler und Meister Beziehung, dass sie nach Wissen, Können und Macht streben. Jegliche hierarchische Gesellschaft bedingt das Streben nach einer höheren Stufe. Insoweit liegt eine große Versuchung und damit letztendlich der Niedergang der Jedi im Aufbau ihres Ordens. Zumindest vermittelt uns das Lucas durch die diversen Aussagen Anakins.

6. Die Entscheidung, die getroffen werden soll, führt ja zu einem Weg, den man beschreitet. - Hierbei kommt es aber ganz besonders darauf an, aus welcher Sicht man diesen Weg betrachtet! - Welches Ziel verfolgt man mit dem Beschreiten des Weges? Der Weg und die Entscheidungen können sich für denjenigen, der die Entscheidungen trifft ganz anders aussehen, als für denjenigen, der den Weg und die Entscheidungen aus seiner Sicht betrachtet. - Was aus der einen Sicht als böse erscheint, kann sich aus der anderen Sicht als gut darstellen. - Hierzu empfehle ich mal den Comic, "Mein Bruder, Mein Feind!" aus der Star Wars Legends Reihe.
- Palpatine, Vader und das Imperium wollen (zumindest in einem bestimmten Bereich) der Galaxis Frieden und Ordnung bringen. - Die Rebellen lehnen diese Ordnung ab. -

7. Ganz wichtig ist es beim Thema Entscheidungen auch zu beachten, welcher Beweggrund jetzt entscheidend für den Entscheidungsträger war? - Sehen wir uns nur mal die Entscheidung über Anakin an, als Jedi ausgebildet zu werden. - Qui Gon wollte dies, weil er überzeugt war, Anakin sei der Auserwählte, der der Galaxis den Frieden bringen würde. (Auch keine wirklich gute Ansicht für ein Jedi, der die Dinge objektiver sehen sollte, und nicht von seinen Persönlichen Wünschen bestimmt sein dürfte!) Obi Wan war das zuerst ganz egal. Ihn interessierte das nicht. Als er sich jedoch später vor dem Rat eine Entscheidung treffen musste, tat er dies, weil er seinem Meister Qui Gon dies versprochen hatte. (Auch keine wirklich durchdachte Entscheidung!) - Der Rat traf zuerst die Entscheidung, ziemlich objektiv, Anakin nicht auszubilden, weil sie sagten, er sei zu alt! - Später wehrten sie sich aber nicht wirklich gegen Obi-Wans Entscheidung, weil sie auch keinen wirklichen Grund dagegen hatten.

Natürlich könnte Disney die Star Wars Reihe jetzt damit aufweichen, dass keine klaren schwarz-weiß Bilder mehr gezeichnet werden. - Was ich persönlich doch auch begrüßen würde! Dann aber, müssen sie es so tun, dass sie in den Filmen gute und schlechte Entscheidungen klarer herausstellen, so dass es auch der Durchschnittsbürger versteht. Dazu denke ich, werden sie aber nicht in der Lage sein. - Ich prophezeie, dass Star Wars den Bach hinunter geht, wenn sie sich dafür entscheiden den mit Episode VIII eingeschlagenen Weg weiter zu gehen!

8. Deshalb hat Rogue One im Gegensatz zu Episode VII und VIII auch funktioniert! Es waren keine großen Entscheidungen zu treffen! Der Rahmen des Films war klar! Es war klar, wie der Film endet! Da gab es keinen Raum für riesige Spekulationen oder Sonstiges!
Zuletzt geändert von Panzerfuchs am Sa 6. Jan 2018, 21:47, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon veers74 » Sa 6. Jan 2018, 21:37



2. Den ganzen Quatsch (so ist es ja wirklich im Leben) von Grautönen und Entscheidungen versteht der Durchschnittsmensch nicht! Für den, der ins Kino geht, ist das alzu hoch angesetzt! - Deshalb funktioniert TLJ auch nicht! Weil die Masse der Zuschauer die Botschaft nicht versteht, die da wohl rübergebracht werden sollte! Würden die Leute es verstehen, dann würden wir uns hier nicht so über den Film streiten und ihr beiden müsstet nicht dieses epische Erklärung schreiben!
Selten so einen Blödsinn gelesen. Also wirklich. ;-)
Ein neuer Weg ist kein schlechter Weg. Ich ich glaube auch nicht, dass es jemanden gibt der den Film nicht verstanden hat.
Der Weg ist klar,-und auch nicht wirklich das Problem.

Versuch mal ein versalzenes Gericht zu retten... Anders ist TLJ auch nicht.
Konzeptlosigkeit und Flickwerk, das bietet Disney mit der Trilogie.
Dabei hatten sie alle Chancen und vor allem Zeit. 3 Jahre zwischen den Filmen hätten auch gereicht.
Einfach nur überpacen bringt kein gutes Ergebnis.

Johnson rudert ja mittlerweile fleißig zurück, ist ständig in Erklärungsnot und relativiert. Überlässt Abrams die weiteren Stränge.
Sagt er kann ja vieles wieder ändern. :scratch: :D Selten so gelacht. Mal sehen wie sie sich wieder anbiedern.
Als Fan ist man neuerdings Spielball der Regisseure.
Beste Lösung, ein Protagonist wacht am Anfang von EP9 auf, stellt fest, war alles nur geträumt. :idea:

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Panzerfuchs » Sa 6. Jan 2018, 21:51

Hi veers74. Alle Hopp. Dann bist du wohl in der Hinsicht weiter als ich. Ich habe die Dinge im Film: Rey sieht sich selbst im Spiegel und Lukes Auflösung, nämlich überhaupt nicht verstanden und mich gefragt, was das jetzt wohl darstellen soll.
Das mit den Grautönen war mir im Film schon soweit verständlich rübergekommen. Aber was will man damit im Film tatsächlich sagen? Ja, es gibt Leute, die können ihren Vater töten, aber bei der Mutter haben sie Skrupel, darum sind sie per se keine schlechten Menschen? Übrigens sehe ich da bei Rey eigentlich keine Schattierungen. - Ist auch irgendwie komisch. - Gut, man könnte die Abneigung bzw. schon Hass den sie Ren entgegenbringt als Schattierung werten. - Ziemlich viel unausgereifter Käse in dem Film. Vielleicht gute Grundideen für 3 Filme, aber leider zeitlich in einem Film nicht umzusetzen und daher für Leute wie mich teilweise unverständlich, bzw. auch fehlerhaft.
Zuletzt geändert von Panzerfuchs am Sa 6. Jan 2018, 22:10, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon veers74 » Sa 6. Jan 2018, 22:08

Nabend Panzerfuchs.
Hi veers74. Alle Hopp. Dann bist du wohl in der Hinsicht weiter als ich. Ich habe die Dinge im Film: Rey sieht sich selbst im Spiegel und Lukes Auflösung/Tod nämlich überhaupt nicht verstanden und mich gefragt, was das jetzt wohl darstellen soll.
Weiter würde ich nicht sagen, bin genaus so weit wie die Damen und Herren bei Disney. Das große Unbekannte. :mrgreen: ;-)

Johnson hat (angeblich und unter Vorbehalt) das Drehbuch immerhin angefangen zu schreiben ohne EP7 zu kennen. Bitte??? :D

Beim nächsten Film (neue Trilogie) soll ja laut Johnson eine Frau Regie führen.
Will mich nicht auf die Female Diskussion einlassen, aber etwas seltsam wirkt das im Kontext zu TLJ schon... Hmmm.

Habe einen Film (3x) erlebt der mich weder gefesselt, noch Lust auf mehr gemacht hat. Spaßfaktor null.
Schönreden funzt (leider), jedenfalls bei mir nicht.
Zu offensichtlich ist die Konzeptlosigkeit.

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Panzerfuchs » Sa 6. Jan 2018, 22:12

Ich denke, es wäre manchmal hilfreich einen Erzähler in eine Geschichte einzubauen um die ein oder andere Lücke zu füllen, bzw. den Sinn hinter manchen Dingen zu erklären, wenn es der Film zeitlich nicht schafft.
Vielleicht wäre es hilfreicher einen Regisseur bzw. einem Team die Arbeit an mehreren Filmen zu übertragen, um einen inhaltlichen roten Faden zu kreieren. - Siehe die Batman-Trilogie. Vorher gab es mal hier und da einen Film, inhaltlich haben die wenig zusammengepasst. Die Trilogie passt aber sehr gut zusammen. - Wäre mal ein Denkansatz. Oder man nimmt einen Drehbuchautor, der die Geschichte festlegt. Die Umsetzung können dann möglicherweise auch verschiedene Regisseure übernehmen.
Das ist der Vorteil der beiden alten Trilogien - Da ist ein durchgängiger Faden erkennbar. Komischerweise beginnt der aber mit Palpatine und endet mit seinem Tod. :scratch: Logisch wäre für mich eine Weiterführung von Lukes und Leias Leben nach dem Tod des Imperators gewesen. Quasi eine Trilogie vor Episode VII. Nur mal so, als meine Meinung.
Für mich sind die selbst die Episode I bis III gut gelungen, wenn da nicht die ziemlich schlechte Animationstechnik gewesen wäre. - Grauslich!

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Tripod » So 7. Jan 2018, 01:27

Die Animation war damals zeitgemäß wie man so schön sagt … ist ja auch ja schon bald 20 Jahre her … (was den inflationären Einsatz in EI bis EIII nicht besser macht) …

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Katarn » So 7. Jan 2018, 14:12

Über den Film ist ja zwischenzeitlich schon viel geschrieben und diskuttiert worden, daher will ich auf die einzelnen Kritikpunkte garnicht nochmal groß eingehen, da die ja alle schon ausreichen behandelt wurden. Insgesamt kann ich für mich sagen, dass ich den Film garnicht mal schlecht fand, aber halt auch eben nicht richtig begeisternd. Großer Vorteil für mich gegenüber EP VII, es war mal was neues nicht einfach EP IV aufgewärmt, aber es gab halt auch in Buch oder Comicform im EU wesentlich genialer Fortführungen der OT. Als Beispiel hier Erben des Imperiums bei den Büchern oder Das Dunkle Imperium bei den Comics. Ebenfalls gelungen fand ich in Romanform die Jedi Knight Accademy Trilogie von Anderson. Und das bringt mich eigentlich zu meinem Hauptkritikpunkt an den Sequels im ganzen, sie bringen uns bei EP IX zu keinem neuen Ergebenis als am Ende von EP VI. Beim einen wurde das Imperium besiegt und beim anderen am Ende vermutlich die erste Ordnung. Stehen wir also wieder am selben Punkt wie 1983. Irgendwie also unbefriedigend und am Ende irgendwo dann für die Katz!
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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Darth_V » So 7. Jan 2018, 14:13

@veers74: Missverständnis! Ums "Schönreden" geht es mir definitiv nicht. Ich finde den Film immer noch schwach. Es geht nur darum, grob zu verstehen, was das alles sollte. Und ich muss auch gestehen, dass ich viele Aspekte zunächst nicht begriffen habe (war schon spät bei der Premiere ;)). Allerdings denke ich auch, dass selbst wenn man die "Message" verstanden hat, viele andere Schwächen den Film versauen (s. andere Posts).
Und die Statements von Johnson jetzt sind echt peinlich... Wegen mir kann gerne eine Frau Regie führen, solange der Film dann besser als dieser wird...

@Panzerfuchs: Den Aspekt Herkunft hatte ich hier nicht auf sozialen Status sondern eher auf machtbegabte Vorfahren (Luke und Leia) bezogen. Die spielt, wir Cairiyn schon deutlich gemacht hat, in den Prequels schon keine Rolle (dafür die Midi-Chlorianer ( :evil: )). Das Fehlen einer solchen Abstammung wird hier aber in zwei Szenen noch einmal besonders betont, mit der Message: Jeder könnte ein Jedi/Machtbegabter sein...
Zum Thema "Entscheidungen": Das ist doch bei Anakin klar: er hat Angst um seine Mutter und Padme. Die persönliche Bindung/Liebe zu diesen Personen macht ihn manipulierbar und führt ihn zur dunklen Seite. Letztenendes erlangt er Erlösung durch die richtige Entscheidung, Luke zu retten. Somit ist die Message klar. Kann man allerdings in der Tat diskutieren, ob solch eine Entscheidung zu einer Absolution fürhren kann, die alle Verbrechen "entschuldigt". Sehr problematisch...
Die Frage, was entscheidend für unsere Identität ist, genetisches Erbe oder Sozialisation, ist ja ewig schon umstritten. Ich denke, beides. Da war die Identities-Ausstellung ja sehr erhellend.

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Cairyn » So 7. Jan 2018, 14:57

Die Animation war damals zeitgemäß wie man so schön sagt … ist ja auch ja schon bald 20 Jahre her … (was den inflationären Einsatz in EI bis EIII nicht besser macht) …
Ich persönlich war ja überrascht, wie viel (zumindest in Ep1) gar kein CGI war, sondern klassisches Modell.

Die wirklich störenden Szenen waren auch selten störend wegen CGI, sondern weil sie einfach unpassend oder inhaltlich schlecht gemacht waren, wie Jar Jar oder Flummi-Yoda.

(Hat noch nie jemand gesagt: "Jurassic Park 3 ist sooo viel besser als der erste, die Saurier sind viel schöner animiert!")

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Plastikheld » So 7. Jan 2018, 16:40

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Re: Star Wars Episode VIII - Spoiler -

Beitragvon Cairyn » So 7. Jan 2018, 17:07

Den ganzen Quatsch (so ist es ja wirklich im Leben) von Grautönen und Entscheidungen versteht der Durchschnittsmensch nicht! Für den, der ins Kino geht, ist das also zu hoch angesetzt! - Deshalb funktioniert TLJ auch nicht! Weil die Masse der Zuschauer die Botschaft nicht versteht, die da wohl rübergebracht werden sollte!
Ich denke nicht, daß das Problem darin liegt, daß Zuschauer etwas nicht verstehen würden (wenn es denn konsistent wäre und so rübergebracht würde). Das Prinzip ist einfach genug, es ist nur so, daß Star Wars - jenseits der OT - eben keine konsistente Philosophie im Hintergrund hat.

Als ANH rauskam, war die Sachlage einfach. Das ist eine Gut-Böse-Geschichte, ein Weltraummärchen. Es gibt schwarze Ritter (böse), weiße Ritter (gut), ein böses Imperium, unterlegene Rebellen, Magie, Schwertkämpfe, und am Ende ein Happy End. Gut und Böse sind wohl die einfachsten Polaritäten, die man in einer Erzählung benutzen kann.

Zu der Zeit brauchte man deshalb auch keinen großartigen Hintergrund. Wir sehen den Imperator (Kaiser) nicht auf der Leinwand; er wird nicht mal beim Namen genannt oder als Sith identifiziert. Überhaupt Sith, das Wort fällt in ANH überhaupt nicht. "Darth" wird von Obi-Wan als Vorname gebraucht. Was genau Vader ist - egal, er ist der schwarze Ritter, das genügt in diesem Zusammenhang! Luke durchlebt seine Heldenreise (Teil 1: Ausbildung beim weisen Meister, der dann sterben muß, um seinem Schüler die Möglichkeit zur Fortentwicklung zu geben); am Ende steht die Zerstörung des Todessterns und damit die Auslöschung des Bösen, wie es in ANH halt verkörpert wird. Vader überlebt, um eine Fortsetzung zu ermöglichen, aber die Struktur der Geschichte und die Gut-Böse-Kontrastierung wird nicht angetastet.

Das Ganze ist total simpel und dennoch stimmig. Und das macht ja den Erfolg des Films aus, obwohl viel Hintergrundinformation zu fehlen scheint. Worldbuilding ist hier nur impliziert; stattdessen verläßt Lucas sich auf die Muster, die dem Publikum vertraut sind. Andeutung statt Detail.

Mit dem Rest der OT baut Lucas die Thematik eigentlich nur noch mal aus. Lukes Heldenreise wird verfeinert durch einen weiteren Meister und eine Niederlage zwischendurch, ehe er selbst zum Meister aufsteigt; im kompletten Handlungsbogen der Trilogie gibt es mit ESB einen Tiefpunkt für die Helden, aus dem sie sich in ROTJ rausarbeiten müssen... es gibt die Variation "Ich bin dein Vater" und der Erlösungsmoment für Darth Vader... aber alles in allem repliziert die OT nur, was wir in ANH schon wissen. Und am Ende siegt das Gute über das Böse (wieder mal)! Da wird immer noch nicht mehr benötigt als Gut vs. Böse, die helle Seite wird der Einfachheit halber mit dem Guten identifiziert und die dunkle Seite mit dem Bösen, und dem Zuschauer ist schon alles klar, und er verläßt das Kino mit dem guten Gefühl, das Märchen so mit sich bringen, wenn die Guten triumphieren.

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Aber es war George Lucas, der das Schema in der PT bereits aufgebrochen hat - das ist nicht die Schuld der ST!

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Betrachten wir es mal von einem Punkt kurz nach der OT: Um die Geschichte auf ähnliche Weise fortsetzen zu können, ist ein Wiederaufleben des Bösen notwendig, da sich ja die Helden als "das Gute" positioniert haben. Ohne Böses kann das Gute, das durch die Jedi und verbündete Helden repräsentiert wird, keinen würdigen Gegner finden. Was würde nach der OT passieren, wenn es kein Böses gäbe? Leia baut in endlosen politischen Sitzungen und Verhandlungen eine neue Republik auf. Nicht so total spannend. Nein, ein bombastischer Konflikt muß wieder aufleben - und das tut er im EU dann ja auch: Klonimperator in Dark Empire, Thrawn in Heir to the Empire, Reste des Imperiums in der X-Wing-Serie, Yuuzhan Vong, etc pp.

Und wie man im EU sieht, haben sich die Autoren auch Mühe gegeben, den Gegner zu variieren und ihm immer neue Eigenschaften zuzuschreiben, um nicht mit Aufgüssen desselben Konflikts arbeiten zu müssen. Trotzdem war die Hauptkritik an Dark Empire, daß man da doch nur wieder zum selben Imperator, demselben Imperium, und demselben Konflikt greift - diesmal verfällt Luke der dunklen Seite, und Leia muß ihn retten. (Und später in der ST war die Hauptkritik an TFA dieselbe - der gleiche Konflikt wird aufgewärmt.) Oder in den alten Marvel-Comics: Shira Brie alias Lumiya muß die Dunkle Seite wieder aufleben lassen (dann wurden die Comics in einem unbefriedigenden und albernen Ende eingestellt, was weitere Fragen über den nächsten Hauptgegner überflüssig machte). Oder in den Legacy-Comics: Auch da wurden die Sith wieder hervorgeholt, teilweise mit fragwürdigen Tricks (verlorene Sith-Raumschiffe, gefallene Jedi der Republik...).

Thrawn hingegen war ein Gegner, der fast ohne die Dunkle Seite der Macht auskam - und dank der Ysalamiri konnte er sich dem primären Konflikt zwischen heller und dunkler Seite entziehen. Die Yuuzhan Vong kamen gar von außerhalb der Galaxis und waren mit dem Imperium gar nicht verbunden - und in der Macht nicht sichtbar! Andere EU-Bücher vermieden die Gut-Böse-Basisphilosophie, indem sie sich auf Piloten (X-Wing), Han (Corellia) oder Leia (alles Politische) konzentrierten statt auf die Grundlagen der Macht.

Die Stellen, wo das Post-Endor-EU heftig kritisiert wird, sind die vielen Kopien der OT-Ideen: Noch ein Jedi-Schüler, der der dunklen Seite verfällt (Kyp Durron, Jacen Solo), noch ein Todesstern oder Derivat davon (Darksaber), noch ein supergroßer galaktischer übermächtiger Endgegner (Yuuzhan Vong).

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Was bedeutet das aber für die Philosophie, den Basiskonflikt, die Märchengrundlage von Star Wars (ANH bzw. OT)?

Der Märchenkonflikt läßt sich sehr gut in einer überschaubaren Erzählung einsetzen. Das Böse ist sehr mächtig, am Ende stürzt das Böse. Fertig. Und was in SW nie gesagt, aber nach ROTJ impliziert wurde: Und sie lebten glücklich bis an ihr seliges Ende.

Genau das funktioniert in einem endlosen Franchise nicht. Das Böse muß wiederaufleben, der Konflikt muß neu belebt werden. Grundsätzlich kein Problem, irgendwo wird immer ein neuer Bösewicht geboren, aber was ist, wenn dieser Konflikt in der Basisphilosophie verwurzelt ist? Am Ende von ROTJ wird die Dunkle Seite selbst besiegt. Alle Machtnutzer der Dunklen Seite sind tot. Die Geschichte ist zuende. Glücklich bis an ihr seliges...

Hier wieder das Böse an sich, sprich die vormals besiegte Dunkle Seite, aufsteigen zu lassen bedeutet, sich auf einen Zyklus einzulassen, in dem sich das gleiche Gute und das gleiche Böse immer wieder abwechseln. Es gibt kein seliges Ende. Das Böse kommt immer wieder. Die Anstrengungen des Helden sind letztlich vergeblich. Das ist auf Dauer eine frustrierende Situation, eine Sisyphusarbeit für den Helden und den Zuschauer.

Der Märchencharakter geht verloren. Die gelobte goldene Zeit bricht niemals an oder geht gleich wieder zugrunde. Die Helden erringen nur eine temporäre Erlösung. Man kann der Hydra einen Kopf abschlagen, aber er wächst sofort wieder nach.

Das zentrale Problem liegt darin, daß die Konfliktparteien absolut sind. Helle Seite, das Gute; dunkle Seite, das Böse; diese fundamentalen Grundlagen des Star-Wars-Universums bilden den philosophischen Kontrast, der nicht überwunden werden kann, sondern nur immer weiter variiert.

Darin teilen sich die EU-Geschichten wie oben erwähnt in zwei Grundhaltungen auf: Solche, die den zentralen Konflikt variieren - Jacen, Lumiya, Kyp, One Sith, Klonimperator - und solche, die ihn (weitgehend) ignorieren - Thrawn, X-Wing, Corellia, Yuuzhan Vong.

Die ersteren können leicht Ermüdungserscheinungen beim Publikum hervorrufen - "was denn, schon wieder Sith, aus welchem Loch sind die denn jetzt wieder gekrochen?" Ein guter Autor kann das durchaus interessant machen, aber der Sisyphus-Effekt ist schwer zu überwinden.
Die letzteren bieten eventuell den Jedi keinen adäquaten Gegner für deren spezifische Fähigkeiten (die Yuuzhan Vong-Lösung ist in diesem Zusammenhang interessant, aber leider ziemlich unglaubwürdig, wenn die Macht aus dem Leben selbst stammt) oder verlieren den Märchencharakter, da der philosophische Konflikt einfach nicht stattfindet. Weiße Ritter ohne schwarze Ritter funktionieren nicht. Auch hier kann ein guter Autor noch was reißen, aber es wird eng.

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Als Disney Star Wars übernahm, war das Problem einer Fortsetzung eigentlich schon absehbar. Als Märchen funktioniert die OT bestens. Als dunkler Spiegel des OT läßt sich auch die PT problemlos in den Kontext einbetten - das negative Ende der PT bietet ja nur den Rahmen für die OT, die wieder im verheißenen goldenen Zeitalter endet. Sowohl die OT als auch die Gesamtheit von PT und OT sind in sich geschlossen.

Quo vadis, Disney?

(Fortsetzung folgt...)


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